Damit Schüler "Fake-News" nicht auf den Leim gehen

Medientage an der Heinrich-Böll-Schule für Schüler des achten Jahrgangs / Interessante Projekte

Wer neue Medien hört, denkt sofort an Smartphone, Laptop oder Tablet. Doch hinter dem Begriff "neuen Medien" steckt viel mehr als nur bestimmte Geräte. Bedeutender ist der richtige Umgang mit diesen Medien, die enorm viele Chance eröffnen, aber auch jede Menge Risiken bergen. Genau an diesem Punkt setzt ein Projekt der Heinrich-Böll-Schule an: Schüler des achten Jahrgangs sollen die Medienwelt kennen lernen und verantwortungsvoll damit umgehen. Deshalb organisiert die integrierte Gesamtschule in Zusammenarbeit mit dem Institut für Medienpädagogik und Kommunikation (MuK) die Medientage und dies bereits zum siebten Mal in Folge.
Für die inhaltliche Planung der Medientage war Anne Schmitt von der MuK verantwortlich. Sie hatte mit ihrem Team mehrere Workshops konzipiert. Um die Organisation an der HBS zeichnete Christina Hantke verantwortlich. Die Palette reichte von "Computerspiele" bis hin zu "Die App von gestern Nacht".
Dass der persönliche Umgang mit den neuen Medien oft nicht kritisch beäugt wird und die Verwendung von Apps oder das Zocken diverser Spiele nicht ganz unproblematisch ist, wurde von vielen Jugendlichen an den beiden Tagen deutlich. Vom "Recht am eigenen Bild" hörten die meisten Schüler zum ersten Mal. Und dass Straftaten aus der digitalen Welt Auswirkungen auf das analoge Leben haben können, wurde den Jugendlichen im Gespräch mit Oberkommissarin Bettina Noll von der Kripo Heppenheim deutlich.
Anne Schmitt, die gemeinsam mit Charlotte Knaupp, Tobias Matricke und Jan Ruland an die HBS gekommen war, hob hervor, dass die Schüler immer früher zu "Medienexperten" werden. Umso wichtiger sei es für die Schüler, dass sie sich frühzeitig mit den Chancen und Risiken auseinandersetzten. Es geht darum, die neuen Medien in die Lebenswelt zu integrieren und sinnvoll zu nutzen beispielsweise für eine Internetrecherche im Hinblick auf das nächste Referat.


Die Heinrich-Böll-Schule organisiert in Zusammenarbeit mit dem Institut für Medienpädagogik und Kommunikation seit mehreren Jahren Medientage für die Schüler des achten Jahrgangs. Unser Bild zeigt Anne Schmitt, die unter anderem das Thema "Fake-News" behandelte.


Aber Achtung: Viele "Informationen" im Internet sind unzutreffend. Nicht selten wird mit sogenannten "Fake-News" versucht, Leser zu manipulieren und gewisse Stimmungen zu erzeugen. Anne Schmitt präsentierte den Schülern "gefakte" Beiträge, die im Internet auftauchten.
Die Referenten sensibilisierten die Jugendlichen auch dafür, ihr eigenes Profil zu überprüfen. Nur schwer lassen sich Einträge im Internet löschen oder ändern. Sie warnten auch davor, zu intensiv in die virtuelle Erlebniswelt einzutauchen und die reale Welt immer mehr zu verlassen. Das Suchtpotential der Computerspiele ist, darauf machten die Referenten aufmerksam, hoch.
Die Mitarbeiter des Instituts für Medienpädagogik und Kommunikation schafften es aufs Neue, mit aktuellen Themen das Interesse und die Neugier zu wecken. Das junge Team spricht die Sprache der Jugendlichen und unterlässt Vorträge mit dem erhobenen Zeigefinger.
Schulleiter Alexander Hauptmann hob die Bedeutung des Medienprojektes in einer immer stärker werdenden digitalen Welt hervor. Er dankte den Referenten und Oberkommissarin Noll für die wichtige Medienarbeit sowie Lehrerin Christina Hantke für die hervorragende Organisation. Sein Dank galt auch dem IT-Beauftragten Christian Eckes, der für die medientechnische Ausstattung sorgte.