Argumente statt erhobene Zeigefinger

Präventionsprojekt zum Thema "Alkohol" an der Heinrich-Böll-Schule

Erfreulicherweise liegt "Komasaufen" bei Jugendlichen nicht mehr im Trend. Dennoch greifen viele Teenager aus den verschiedensten Gründen und Anlässen zu Alkohol. Wie kann man Jugendliche davon überzeugen, die Finger von dieser legalen Droge zu lassen, die massive gesundheitliche Folgen auslösen kann? Mit Drohungen und dem erhobenen Zeigefinger kommt man nicht sehr weit. Überzeugende Argumente hingegen sind ein probates Mittel. Die Heinrich-Böll-Schule hat es sich vor einigen Jahren zum Ziel gesetzt, ihre Schüler auf die Gefahren des Alkoholkonsums aufmerksam zu machen. Das Präventionsprojekt, organisiert von Lehrerin Christina Hantke, gehört mittlerweile zum festen Bestandteil des Bildungskonzeptes der integrierten Gesamtschule.
Durchgeführt wird der Aufklärungskurs in Sachen "Alkohol und die Folgen" von der Barmer Krankenkasse. Barmer-Mitarbeiter Stefano Rampello, der in der vergangenen Woche die Schule besuchte, traf den Ton der Schüler des neunten Jahrgangs und konnte in sehr anschaulicher Form auf die Gefahren hinweisen.
Der Referent hatte natürlich auch Rauschbrillen dabei, um den Schülern im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen zu führen, wie es sich anfühlt, mit 0,8 Promille durch die Welt zu wanken. Eine Fahrt auf einem Bobycar machte deutlich, dass man mit einem derartigen Blutalkoholwert außer Stande ist, eine gerade Linie zu steuern, geschweige denn ordentliche Kurven zu fahren. Die als Markierung der Fahrstrecke dienenden Hütchen flogen nur so durch die Gegend.


Slalomfahrt mit Rauschbrille


Nicht minder aufschlussreich war ein weiterer Versuch: Die Schüler mussten Tennisbälle fangen. Mit der Rauschbrille auf der Nase gerieten die Fangversuche zu Slapstick-Einlagen. Stefano Rampello verstand es in jeder Situation, die Schüler in sein Präventionsprojekt zu integrieren und sie zum Mitmachen zu animieren.
Thema des Präventionskurses waren natürlich auch Themen wie "Flatratpartys" oder "Komasaufen". Auch die rechtliche Seite des Alkoholkonsums beziehungsweise die Beschaffung von Spirituosen ließ Stefano Rampello nicht unerwähnt.
Sichtlich schockiert zeigten sich die Schüler, als der Referent eine erschreckende Zahl nannte: Jährlich sterben in Deutschland 74000 Menschen an den Folgen übermäßigen Alkoholkonsums. Natürlich wurde im Projekt auch erörtert, was man im Falle einer Alkoholvergiftung unternehmen muss. "Der Referent hat die Sprache der Jugendlichen gesprochen und auf sehr anschauliche Weise viele wichtige Fakten vermittelt.
Die Heinrich-Böll-Schule wird auch in Zukunft dieses wichtige Präventionsprojekt durchführen", erklärte die Organisatorin Christina Hantke. Schulleiter Alexander Hauptmann stimmte der Pädagogin zu. Er hob die Bedeutung des Themas hervor und dankte dem Referenten Stefano Rampello von der Barmer Krankenkasse für dessen gekonnte Kursleitung.