Spielend das Gemeinschaftsgefühl stärken

Sozialtraining mit speziellen Spielgeräten an der HBS / Selbstbewusstsein fördern

Jeder Pädagoge weiß: Je besser die Klassengemeinschaft, desto besser die Lernatmosphäre. Mit Appellen, Sanktionsandrohungen oder wohlformulierten Wünschen ist es nicht getan. Gemeinschaft muss erlebbar werden, damit sie entsteht. Die Schulpfarrerin der Heinrich-Böll-Schule, Barbara Holzapfel-Hesselmann, hat daher Spiele angeschafft, damit Klassen oder Gruppen auf spielerische Weise Aufgaben gemeinsam lösen und dabei erkennen, dass es wichtig ist, wenn man Hand in Hand arbeitet und als Team funktioniert. Der Förderverein der integrierten Gesamtschule finanzierte die Anschaffung.
Schüler einer zehnten Klasse testeten die Spiele und waren sofort hellauf begeistert. Das "laufende A" sorgte im Foyer obendrein für Furore. Acht Schüler sicherten mit Seilen einen Mitschüler, der versuchen musste, wie auf Stelzen in einem riesigen A zu laufen. Dabei kommt es darauf an, dass die Seile permanent gespannt sind und die Schüler an den Seilen den Läufer sichern.


Spielerisch können Klassen der Heinrich-Böll-Schule das Gemeinschaftsgefühl stärken. Schulpfarrerin Barbara Holzapfel-Hesselmann (r.) hat Spiele, die einen gruppendynamischen Prozess in Gang setzen, angeschafft. Finanziell wurde sie dabei vom Förderverein der Schule unterstützt.


Der Kreativität wurden keine Grenzen gesetzt, als es darum ging, dass ein Team aus sechs Schülern gemeinsam eine Gummimatte auf dem Boden bewegen sollte. Die Schüler durften die Matte nicht verlassen und trotzdem eine Strecke zurücklegen. Und siehe da: Alle Mannschaften entwickelten eine Technik, um die Matte bewegen zu können.
"Es ist faszinierend zu sehen, wie schnell sich eine Gruppe als Einheit begreift und - unter Einbeziehung aller Talente - die Aufgaben meistert", erklärte Pfarrerin Holzapfel-Hesselmann. Die Spiele stünden ab sofort allen Klassen zur Verfügung, bemerkte die Seelsorgerin, deren Dank dem Förderverein für die finanzielle Unterstützung galt.
Der Förderverein zeigte sich auch kulant bei der Anschaffung von Säckchen und Halbedelsteinen. Barbara Holzapfel-Hesselmann hat auch damit eine interessante Zielsetzung im Blick. Es gilt, die soziale Kompetenz der Schüler zu fördern. Die Schüler erhalten ein kleines Säckchen, das mit ihrem Namen versehen und schön gestaltet ist. Dann bestücken die Mädchen und Jungen das Beutelchen selbst mit drei Steinen. Als nächstes tauschen die Schüler ihr Säckchen mit dem eines Mitschülers, verbunden mit einem netten Wort. Aggressionen und Aversionen werden spielerisch ab- und gegenseitiges Vertrauen und Zuneigung aufgebaut.
Die sehr rührige Schulpfarrerin hat noch ein weiteres Projekt am Laufen. Gemeinsam mit einem ausgebildeten Coach bietet sie Selbstbewusstseinstraining an. Finanzielle Unterstützung erhielt sie von der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Erfolgreich verlief auch die Abstimmungsaktion der Sparkasse, so dass auch der dritte Kurs garantiert ist. Im nächsten Schuljahr soll der Kurs für den siebten Jahrgang angeboten werden.