Identifikation mit der Schule ist ein wichtiger Faktor

Schulleitungsteam an der Heinrich-Böll-Schule ist komplett: Boris Oberle als neuer stellvertretender Schulleiter im Dienst

Mehrmals betont Boris Oberle im Gespräch, wie wichtig ihm die Identifikation mit der Schule ist. Dann erst werde aus einer normalen Schule eine außergewöhnliche Schule, dann erst sei effektive und optimale Arbeit garantiert. Der neue stellvertretende Schulleiter will maßgeblich mit dazu beitragen, dass dieser wichtige Faktor an der Heinrich-Böll-Schule erhalten und verbessert wird. Dass die Identifikation an der integrierten Gesamtschule vorhanden ist, daran lässt der neue zweite Mann keinen Zweifel aufkommen: "Alle - vom Hausmeister über die Sekretärinnen bis hin zu den Lehrern und Schülern - stehen zur ihrer Schule." Aus seinen Aussagen, seinem Enthusiasmus für das System und die Begeisterung für die Atmosphäre an der Gesamtschule wird unzweifelhaft deutlich: Boris Oberle ist nach wenigen Wochen ein "HBSler".
Lange Zeit war er ein eingefleischter "MLSler". Am Gymnasium in Rimbach machte er sein Abitur, dort trat er als Junglehrer - "einen Tag nach dem Examen" - seinen Dienst an und war schon ein Jahr später in Verwaltungs- und Schulleitungsaufgaben eingebunden. Unterbrochen war die Zeit an der Martin-Luther-Schule lediglich durch das Referendariat im Gymnasium in Wald-Michelbach.
Dass er überhaupt irgendwann als Lehrer an einer Schule arbeiten würde, war nach dem eingeschlagenen Berufsweg nach dem Abitur nicht gerade selbstverständlich. Auf Wunsch seiner Eltern - "lern' was Vernünftiges" - und den zum damaligen Zeitpunkt schlechten Prognosen auf dem Lehrerarbeitsmarkt, entschied sich der 43jährige Pädagoge für eine Ausbildung beim Finanzamt in Fürth und Bensheim. Der bodenständige Erlenbacher darf sich auch Diplom Finanzwirt nennen.


Willkommen an Bord: Der Schulleiter der Heinrich-Böll-Schule, Alexander Hauptmann, (r.) wünscht seinem Stellvertreter Boris Oberle viel Erfolg an der neuen Wirkungsstätte.


Er habe jedoch sehr früh gemerkt, dass ihm "nur Verwaltung" zu wenig war. "Ich habe gerne mit Menschen und Schülern zu tun", erklärt Oberle. Die Ausbildung beim Finanzamt habe er dennoch nie bereut. Auf Grund seines Fachwissens war er ein gefragter Experte in Verwaltungsfragen in der Schule. Der Umgang mit Finanzen kommt ihm heute noch zugute: "Das Budget ist mein Steckenpferd."
Der verheiratete Vater zweier Kinder schaffte das Kunststück, halbtags beim Finanzamt in Dieburg zu arbeiten und gleichzeitig halbtags in Darmstadt Politik und Sport zu studieren. Mit anderen Worten: Der neue stellvertretende Schulleiter ist stressresistent und belastbar. Dass er trotz vielfältiger Aufgaben und Herausforderungen in seinem neuen Arbeitsumfeld dem Kollegium freundlich und aufgeschlossen entgegentritt, wird allseits mit Anerkennung aufgenommen. Der allgemeine Tenor: Der "Neue" passt zur HBS.
Aber warum wechselt ein eingefleischter MLSler ohne Not an die HBS? Die Antwort kommt prompt: "Ich habe eine neue berufliche Herausforderung gesucht." Es habe schon, so verrät Oberle freimütig, vorher Anfragen anderer Schule gegeben. Die "positive Ausstrahlung" der Heinrich-Böll-Schule gab letztlich den Ausschlag. "Außerdem bin ich regional stark verankert", gibt der waschechte Odenwälder zu.
Der neue zweite Mann hinter Schulleiter Alexander Hauptmann hat mehrere Ziele im Fokus. Gemeinsam mit dem Schulleitungsteam, das nach vielen Jahren endlich komplett ist, möchte er einen Um- und Neubau forcieren. Im Zuge einer Erweiterung könnte er sich auch die Realisierung einer Oberstufe an der integrierten Gesamtschule vorstellen. Im Sinn hat der 43Jährige auch eine Kooperation mit seiner ehemaligen Schule, der MLS. "Von einer Zusammenarbeit könnten beide Schulen profitieren", ist sich der stellvertretende Schulleiter sicher.
Vorerst ist Oberle damit beschäftigt, die Strukturen der integrierten Gesamtschule kennen zu lernen. "Ich bin gerade dabei, mich freizuschwimmen", erklärt der sympathische Odenwälder lächelnd. Demnächst kommt die Planung des neuen Stundenplanes auf ihn zu. Außerdem möchte er Verwaltungs- und Organisationsstrukturen verbessern, um interne Abläufe zu optimieren. Für den bekennenden Eintracht-Fan bleibt trotz der Belastung noch genügend Zeit für sein Hobby, den Sport.
Die obligate Frage an Neulinge, ob sie vielleicht den Wechsel schon bereut haben, beantwortet Boris Oberle ohne einen Moment des Innehaltens oder Zögerns: Den Schritt von Rimbach nach Fürth habe er noch in keiner Sekunde bereut. Man nimmt Boris Oberle diesen Satz ohne weiteres ab. Er hat auch eine Erklärung parat: "Alle gehen sehr offen mit mir um. Lehrer und Schüler sind mit Herzen bei der Sache." Und schon beschreibt der neue stellvertretende Schulleiter wieder, warum die HBS eine besondere Schule ist: Der Identifikationsfaktor ist sehr hoch.