Deutsch-französische Duos erkundeten Quadratstadt

Deutsch-französische Schulpartnerschaft / Schüler aus der Partnerstadt Thizy zu Gast an der Heinrich-Böll-Schule

Louane Roussel und Franziska Wagner sind ein Herz und eine Seele, obwohl sie sich erst drei Tage kennen. "Wir verstehen uns super. Es macht Riesenspaß, viel mit Louane zu unternehmen. Ich freue mich schon auf den Gegenbesuch im März", fasst Franziska ihre ersten Eindrücke zusammen. Louane sitzt daneben und stimmt ihrer Gastgeberin mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht zu. "Deutschland ist sehr schön und die Menschen sind überaus freundlich", ergänzt die junge Französin, die mit einer 27köpfigen Gruppe der Schulen von Thizy und Cours am Schüleraustausch mit der Heinrich-Böll-Schule teilnimmt.
Die Verständigung zwischen den Gastgebern und ihren "Corres" funktionierte problemlos. Wenn französische oder deutsche Wörter fehlten, wurde mit Händen und Füßen kommuniziert. "Wir hatten in keinem Moment Probleme uns zu verständigen", bemerkt Franziska. Der deutsch-französische Schüleraustausch trägt einerseits dazu bei, das Wissen über Land und Leute zu konkretisieren, andererseits die Sprachfähigkeiten zu verbessern. Darüber hinaus ist der Austausch die beste Maßnahme, um die engen Banden zwischen Deutschland und Frankreich über alle Generationen hinweg zu festigen.


Einen Tag vor der Abreise trafen sich die Gastgeber mit ihren "Corres" zu einem gemütlichen Mittagessen in der Mensa der Heinrich-Böll-Schule. Serviert wurde Bratwurst und Kartoffelsalat. Mit dabei waren auch Bürgermeister Volker Oehlenschläger und die Vorsitzende des Freundeskreises, Monika Demel. Der Schüleraustausch der integrierten Gesamtschule mit Schulen der Partnerstadt Thizy hat mittlerweile Tradition. Das Bild zeigt HBS-Schüler mit ihren französischen Freunden.


Der Schüleraustausch mit den Schulen in Thizy hat eine lange Tradition, die auf der Partnerschaft der beiden Gemeinden fußt. Die Fachschaft Französisch sieht darin eine hervorragende Möglichkeit, die Sprache für die Schüler mit Leben zu füllen. In den Familien können die Jugendlichen beider Länder im Alltag ihre Sprachkenntnisse anwenden. "Der Austausch ist fester Bestandteil unseres Jahresprogramms", betont Oberstudienrat Sven Spottka, der für die Organisation verantwortlich ist und das Programm für die Freunde arrangierte. In Fürth wurden die französischen Schüler von ihren Lehrern Michèle Blandin, Flora Delfosse und Pascal Durand betreut.
Apropos Programm: Donnerstags reisten die Gäste an, wurden auf die Familien verteilt und verbrachten das Wochenende mit den Gastgebern. Franziska zeigte Louane die Neckarstadt Heidelberg und unternahm mit ihrer französischen Freundin eine Shoppingtour. Andere sahen sich den Odenwald an oder erkundeten die Mainmetropole Frankfurt.
Viel Spaß hatte die Gruppe montags im Erlebnisbad "Miramar". Mit sichtlicher Begeisterung stürzten sich die Jugendlichen den "Hurricane-Loop" hinab oder dümpelten behaglich im tropisch warmen Wasser. Am Vormittag hatten die französischen Gäste regulär am Unterricht teilgenommen. Dienstags stand die Konversation im Mittelpunkt. In Rollenspielen mussten sich die Fürther Schüler mit ihren "Corres" in den unterschiedlichsten Situationen unterhalten, etwa beim Einkauf im Supermarkt oder bei der Bestellung im Restaurant. Diese Übung war bewusst gewählt, gerade für die HBS-Schüler, die demnächst ihre Prüfungen für das französische Sprachdiplom ablegen und dann mit solchen Aufgaben konfrontiert werden.
Deutsch-französische Kooperation am war Mittwoch gefragt, denn jeweils ein Duo musste in Mannheim verschiedene Aufgaben erledigen. Die Erkundung der Quadratstadt unter dem Motto "Mon corres et moi!" war obendrein verbunden mit einem Kinobesuch. Die Aktion trug nachhaltig dazu bei, die Freundschaft zwischen Gastgeber und Gast zu stärken.
Donnerstags stand noch einmal Unterricht auf dem Plan, ehe sich alle zum gemeinsamen Mittagessen in der Mensa trafen. Serviert wurde ein typisch Odenwälder Gericht: Bratwurst und Kartoffelsalat. Oberstudienrat Sven Spottka nutzte das gesellige Beisammensein, um das Programm der vergangenen Tage Revue passieren zu lassen und lustige Begebenheiten zu erwähnen. Sein Dank galt - verbunden mit der Überreichung von Präsenten -Schulleiter Alexander Hauptmann und Stufenleiterin Eveline Vieweg für deren Unterstützung. Ein Wort des Dankes ging auch an die Adresse der Vorsitzenden des deutsch-französischen Freundeskreises, Monika Demel, dem Ehepaar Schwarzer für deren jahrzehntelange Gastfreundschaft und Fürths Bürgermeister Volker Oehlenschläger.
Der Französischlehrer versäumte es nicht, den französischen Kollegen für die hervorragende Kooperation zu danken. Nicht unerwähnt ließ er die Mitglieder der Fachschaft Französisch an der HBS, "die sich als Team versteht, das Hand in Hand arbeitet." Schon jetzt freue man sich auf den Gegenbesuch im März, schloss Spottka seine kurze Ansprache. "Fürth ist meine zweite Heimat", beteuerte Michèle Blandin, die seit über 30 Jahren gerne in die Gemeinde im Odenwald kommt. Sie hob die Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit der Fürther hervor.
Ihr Fazit: "Wir haben eine wunderbare Woche verbracht." Bürgermeister Oehlenschläger forderte die Jugendlichen auf, über die modernen Medien in permanentem Kontakt zu bleiben. Das Engagement der Lehrer der Fachschaft Französisch hob Schulleiter Alexander Hauptmann hervor. Der Schüleraustausch, so der Schulleiter in seinem Schlusswort, "ist etwas Wunderbares".