Wettbewerb, der Freude am Lesen weckt

Heinrich-Böll-Schule ermittelte Schulsieger / Beachtliche Leseleistungen

Im aktuellen PISA-Vergleich liegt Deutschland - was die Lesefähigkeit der Schüler betrifft - weltweit gesehen im vorderen Mittelfeld. Gegenüber der letzten Erhebung ist eine leichte Verbesserung feststellbar. Dennoch: Von einer signifikanten Steigerung ist Deutschland auf diesem Gebiet noch weit entfernt. Anders sieht die Welt an der Heinrich-Böll-Schule in Fürth aus. Die einzige integrierte Gesamtschule im Kreis Bergstraße animiert schon seit vielen Jahren ihre Schüler zum Lesen. Die Maßnahmen reduzieren sich dabei nicht auf oberlehrerhafte Appelle, sondern gipfeln in einem spannenden und für die Schüler sehr reizvollen Vorlesewettbewerb.
Bestens vorbereitet traten sieben Kandidaten aus dem sechsten Jahrgang - jeder Kurs ermittelte intern einen Sieger - vor die vierköpfige Jury, um sich den Sieg und damit die Qualifikation für den Kreisentscheid zu holen. Mit dabei waren als Zuhörer die Zweitplatzierten aus den Kursen und jeweils ein Freund als "moralische Unterstützung", wie Kerstin Schmidt, Leiterin der Fachschaft Deutsch, schmunzelnd erklärte.


LESERATTEN. Die beste Vorleserin im sechsten Jahrgang an der Heinrich-Böll-Schule heißt Laura Puchinger (l.). Seit Jahren organisieren die Mediothek und die Fachschaft Deutsch einen Lesewettbewerb an der Schule, um die Mädchen und Jungen zum Lesen zu animieren.


Zuerst mussten die Schüler drei Minuten lang aus einem Werk ihrer Wahl vorlesen, sozusagen als Pflichtübung. Die "Kür" folgte danach: Ebenfalls drei Minuten galt es nun, möglichst fehlerfrei einen Fremdtext zu lesen. Fehlerfrei zu lesen war ein Kriterium, doch die jungen Vorleser sollten auch adäquat betonten, den Zuhörern die Stimmung der jeweiligen Szene vermitteln, ihren Vortrag nuancenreich und lebendig gestalten und dem gesprochenen Wort Ausdruckskraft und Dynamik verleihen. "Versprecher wurden beim Vorlesen nicht überbewertet, andere Kriterien sind für die Bewertung deutlich relevanter", informierte Deutschlehrerin Kerstin Schmidt, die den Wettbewerb perfekt organisierte.
Die Jury, bestehend aus Fachvorsteherin Schmidt, den Mediotheksmitarbeiterinnen Constanze Lieber und Antonia Fröse sowie dem Vorjahressieger Nils von Steht aus der Klasse 7/2 hatten nach zwei Stunden die "Qual der Wahl", denn "alle waren sehr gut vorbereitet und präsentierten sich auf einem gleich hohen Niveau", wie Kerstin Schmidt die Eindrücke feststellte.
Letztlich war die Bewältigung des Fremdtextes ausschlaggebend. Zur Siegern kürte die Jury die Schülerin Laura Puchinger aus der Klasse 6/5. Sie hatte aus dem Buch "Schneegestöber - oder als Oma Grizzabella verschwand" von Patricia Schroder vorgelesen. Alle Teilnehmer erhielten von der Mediothek gestiftete Buchpreise. Die für die Mediothek zuständige Oberstudienrätin Silvia Hantke hatte in den Lesepausen für Erfrischungen und kleine Häppchen gesorgt.