Rückenwind geht die Puste nicht aus

Zwei neue Paten für das Projekt der Heinrich-Böll-Schule / Unterstützung für Schüler in allen Lagen

In der Schule läuft es nicht gerade optimal. Die Vorstellungen über den weiteren Lebensweg sind nebulös. Das eigene Befinden ist mit klaren Worten nicht zu beschreiben. Kurzum: Ein Berater wäre in dieser Situation, die viele Jugendliche zur Genüge kennen, von unschätzbarem Vorteil. Die Heinrich-Böll-Schule hat vor bald zehn Jahren schon erkannt, dass man Schülern in solchen misslichen Lagen helfen muss. Nur wie? Der damalige Schulleiter Wolfgang Pieper kam unter anderem im Gespräch mit Mitgliedern der Fürther Kolpingfamilie auf eine zündende Idee: Gemeinsam rief man das Patenprojekt "Rückenwind" ins Leben. Seither kümmern sich Paten um Schüler und unterstützen sie mit Rat und Tat in allen Lagen - mit viel Erfolg.
Die Paten - allesamt gestandene und erfahrene Personen mit Charisma - engagieren sich aus den unterschiedlichsten Motiven für Jugendliche. Sie helfen bei den Hausaufgaben, treffen sich zum Kaffee, vereinbaren Vorstellungsgespräche oder nehmen sich Zeit für ein vertrauliches Gespräch. "Das Patenprojekt hat sich an unserer Schule sehr bewährt. Die betreuten Schüler schafften einen Abschluss und haben den Übergang in die Berufswelt oder eine weiterführende Schule dank der Paten problemlos gemeistert", erklärt Stufenleiterin Vieweg. Sie ist die Mittlerin zwischen Schule und Pate, bei ihr laufen die Fäden zusammen, sie kennt als Fürtherin Ansprechpartner und Organisation. Ihr Netzwerk ist einzigartig und für die HBS von unschätzbarem Vorteil.
Dass obendrein die Fürther Kolpingfamilie mit im Boot ist, macht das Patenprojekt "Rückenwind" besonders wertvoll. Auf die Mitglieder der Kolpingfamilie ist Verlass, das weiß die Schulleitung der integrierten Gesamtschule. Damit Rückenwind nicht die Puste ausgeht, sind die Paten und Stufenleiterin Vieweg permanent auf der Suche nach neuen Mitstreitern. Unlängst konnte sie zwei neue Patinnen begrüßen.


NEUE PATEN. Stufenleiterin Eveline Vieweg (Mitte) hieß die neuen Patinnen Simone Bauer (l.) und Isabella Lenhardt (r.) herzlich willkommen. Die beiden Frauen unterstützen das Patenprojekt "Rückenwind", das seit rund zehn Jahren hervorragende Arbeit an der Heinrich-Böll-Schule leistet.


Neu dabei ist Simone Bauer aus Hammelbach. Die 41 Jahre alte Erzieherin kennt die Heinrich-Böll-Schule bestens, war sie doch als Betreuerin eines Schülers an der Schule aktiv. Sie habe das Projekt kennen und schätzen gelernt, deshalb habe sie sich ohne Bedenken dazu entschlossen, eine Schülerin zu betreuen. Sie wolle, so Simone Bauer weiter, als Vermittler zwischen Schülerin und Lehrer fungieren. "Mein Ziel ist es, dass die Schülerin den Realschulabschluss schafft", betont die neue Patin.
Isabella Lenhardt kennt das Patenprojekt von der ersten Stunde an, war doch ihr Vater einer der Initiatoren. Für die 29jährige diplomierte Pädagogin war es daher schon lange klar, dass sie irgendwann bei "Rückenwind" einsteigen würde. Sie betreut bereits eine Schülern, die nach der Mittleren Reife eine weiterführende Schule besucht. Es geht darum, dass die Jugendliche den Übergang schafft. Isabella Lenhardt strebt als Patin "eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern zum Wohl der Jugendlichen an".
Stufenleiterin Eveline Vieweg hieß die beiden Patinnen im Projekt "Rückenwind" willkommen und dankte beiden für ihr ehrenamtliches Engagement. "Es sei", so die Stufenleiterin, "von unschätzbarem Wert, wenn sich erfahrene Personen um Schüler kümmerten, die verunsichert und haltlos sind." Die Heinrich-Böll-Schule werde das Patenprojekt auch in den nächsten Jahren mit großer Ernsthaftigkeit verfolgen, betonte die Stufenleiterin abschließend.