Ausweise und Zertifikate zum "Dienstantritt"

Heinrich-Böll-Schule hat 16 neue Schulwegbegleiter / Engagement gewürdigt

Es sind alltägliche Situationen in Schulbussen: Da wird gerangelt, geschoben, geschupst und gestoßen. Nicht selten eskaliert ein harmloses Drängeln zu einem handfesten Konflikt. Die Busfahrer sind überfordert und nicht selten genervt. Was tun? Die Heinrich-Böll-Schule bildet seit vielen Jahren Schulwegbegleiter aus, die in den öffentlichen Nahverkehrsmitteln ein waches Auge haben und immer dann in Erscheinung treten, wenn es Probleme gibt. Am vergangenen Dienstag konnte Oberstudienrat Matthias Brandau, der sich um die Ausbildung an der HBS kümmert, 16 neue Schulwegbegleiter aus dem 7. Jahrgang zum "Dienstantritt" gratulieren.
Im Rahmen eines 15-stündigen Kurses, der sich über zwei Tage erstreckte, lernten die Schüler, den Schulweg in Bus und Bahn sicherer zu machen. "Ab sofort werden sie den Dienst als Schulwegbegleiter aufnehmen", berichtete Brandau. Dankenswerterweise hatte die evangelische Kirche die Räumlichkeiten in ihrem Gemeindehaus zur Verfügung gestellt. Dort trafen sich die Kursteilnehmer, um unter fachkundiger Leitung der Mediatorin Jutta Barner-Grüber, die als Beauftragte des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN) zu Verfügung stand, das Rüstzeug für die verantwortungsvolle Tätigkeit zu erwerben.
Die Jugendlichen erfuhren beispielsweise, wie man Konflikte vermeidet und - noch wichtiger - wie man sie löst. Dass sie allein durch ihre Körperhaltung Signale aussenden und sich dadurch den nötigen Respekt bei ihrer Tätigkeit verschaffen können, ließ die Schüler staunen. Klar, dass dies auch in Rollenspielen ausprobiert werden musste, was den Kursverlauf zu einer abwechslungsreichen Abfolge von Theorie und Praxis werden ließ. Daneben wurden aber auch Themen wie richtiges Verhalten in öffentlichen Verkehrsmitteln und Regeln über das geordnete Ein- und Aussteigen behandelt.


Die geprüften Schulwegbegleiter


Ein Titel ohne Legitimation ist wertlos. Deshalb erhielten die Siebtklässler aus der Hand der Kursleiterin nicht nur Zertifikate, sondern auch Ausweise. Bei einem kleinen Umtrunk betonte Schulleiter Alexander Hauptmann, dass die Schule stolz auf das soziale Engagement der neuen Schulwegbegleiter sei. Er hob hervor, dass er jederzeit ein offenes Ohr habe, wenn es darum gehe, Probleme auf dem Schulweg lösen zu helfen.
Matthias Brandau als der zuständige Verbindungslehrer bedankte sich bei den frischgebackenen Fachleuten in Sachen Schulwegsicherheit und bot seine Unterstützung an. Sein besonderer Dank galt Jutta Barner-Grüber für die Bereitschaft, ihr Fachwissen auf abwechslungsreiche Weise an die Schüler weitergegeben zu haben. "Das war klasse, sowas müssten wir jedes Jahr mal machen", äußerte einer der Schüler, als der Kurs zu Ende war. Er war nicht der einzige, der sich eine Fortsetzung der Ausbildung wünschte.
Folgende Schüler der HBS dürfen sich ab sofort "zertifizierte Schulwegbegleiter" nennen: Nina Burkheiser, Hannah Gehbauer, Vanessa Stanislawski, Brooklyn Thaller, Shalina Helmke, Tim Pfeifer, Marina Rauscher, Nils von Steht, Samet Aslan, Philipp Bitsch, Vanessa Köhler, Maximilian Neundörfer, Solveig Schmidt, Pia Steinmann, Till Eberle und Julius Stein.