Trotz widriger Bedingungen nie die Orientierung verloren

Schüler der Heinrich-Böll-Schule gewinnen Regionalentscheid beim Orientierungslauf in Eppstein

Es geht über Stock und Stein. Die Strecke ist den Läufern unbekannt. Sie orientieren sich anhand von Karten. Wer nicht aufpasst, landet in der "Pampa". Davon blieben die Orientierungsläufer der Heinrich-Böll-Schule - zumindest das Team der Jungs - beim Regionalentscheid Süd in Eppstein verschont. Am Ende landeten die flotten Läufer aus dem Odenwald auf dem ersten Platz, sehr zur Freude der Mitschüler und besonders der beiden Sportlehrer Sven Spottka und Sebastian Rhein. Die Heinrich-Böll-Schule war mit 45 Schülern - der größten Gruppe bei den Wettkämpfen - nach Eppstein angereist.
Viele haben schon davon gehört, doch so recht weiß niemand etwas mit der Sportart "Orientierungslauf" anzufangen. Nicht wenige Fürther werden sich schon gefragt haben, warum Gruppen von Schülern nachmittags durch Wald und Flur joggen und dabei auch noch Kartenmaterial mitschleppen. An der integrierten Gesamtschule in Fürth gehört der Orientierungslauf zum festen Bestandteil des Sportangebotes.


Orientierungsläufer: Mit der größten Teilnehmergruppe war die Heinrich-Böll-Schule zum Regionalentscheid Süd in der Sportart "Orientierungslauf" nach Eppstein angereist. Eine Jungenmannschaft holte sich den ersten Platz. Die Teilnahme war für die integrierte Gesamtschule in jeder Hinsicht ein Erfolg.


Was steckt hinter dem sperrigen Begriff? Beim Orientierungslauf (OL) werden mit Hilfe von Karte mehrere Kontrollpunkte (sogenannte Posten) im Gelände der Reihe nach angelaufen. Die Standorte dieser Posten sind in einer speziellen Orientierungslaufkarte eingezeichnet. Ziel beim Orientierungslauf ist es, die komplette Bahn in der schnellsten Zeit zu bewältigen.
Der klassische OL ist der Einzellauf im Wald, der in den verschiedenen Altersklassen zwischen 30 und 90 Minuten dauert. Orientierungsläufe werden auch in der Staffel und Mannschaft ausgetragen. Beim Regionalentscheid in Eppstein waren die Sportlehrer Spottka und Rhein mit Schülern des neunten und zehnten Jahrgangs respektive mit zwei Teams in den Wettbewerben für die Jungs und zwei Mannschaften bei den Mädchen angetreten. Die Jungs mussten sich mit neun Schulen messen und es galt, den Titel zu verteidigen.
Beim Start herrschte "Fritz-Walter-Wetter", wie Oberstudienrat Sven Spottka lächelnd betonte, also alles andere als optimale Bedingungen. Die Jungs ließen sich davon nicht beeindrucken und steuerten schnell und zielsicher die einzelnen Punkte an. Sechs Schüler gingen pro Schule auf die Strecke. Die beiden schlechtesten Ergebnisse wurden gestrichen. "Die Strecke war sehr anspruchsvoll, deshalb war es nicht verwunderlich, dass sich der eine oder andere Läufer auch mal verfranste", bilanzierten Spottka und Rhein. Davon betroffen waren unter anderem die Mädchenteams der HBS, die undankbare vierte Plätze belegten.
Nicht unerwähnt sollen die guten Einzelergebnisse bei den Mädchen bleiben. Elisabeth Bitsch und Paula Jäger seien stellvertretend genannt für jene Läufer der HBS, die in der Spitzengruppe platziert waren. Groß war der Jubel, als das Endergebnis beim Team der 14 bis 16-jährigen Jungs feststand. Immer wieder wurden Zwischenstände bekannt gegeben, stets veränderten sich die Platzierungen. "Die Spannung des sehr gut organisierten Wettkampfes war mit Händen zu greifen", erklärten die Sportlehrer übereinstimmend. Genau darin liegt ein Reiz des Orientierungslaufes: Permanent kann es ein neues führendes Team geben. "Wir haben alle mitgefiebert und die Schüler haben sich gegenseitig mächtig angefeuert", betonte Sebastian Rhein. Zum Siegerteam gehören Bastian Schmitt, Michael Sautner, Niclas Schmitt, Leon Weise, Mika Hopp, Felix Pfeifer, Alexander Schwertfeger, Jonas Schmidt, Patrick Görner, Martin Neumüller, Meik Kowatschitsch und Tom Prahst. Ebenso wichtig wie der Erfolg ist für die Sportlehrer der Heinrich-Böll-Schule das Auftreten ihrer Schützlinge. "Unsere Schüler haben sich vorbildlich benommen und die harmonische Atmosphäre dieser besonderen Sportart sichtlich genossen. Es war in jeder Hinsicht eine gelungene und erfolgreiche Teilnahme am Regionalentscheid", bilanzierten Spottka und Rhein unisono.