Brexit kein Ende der Schulpartnerschaft

Heinrich-Böll-Schule hält an Schüleraustausch fest / Freundschaftliche Banden

Groß-Britannien kehrt der europäischen Union den Rücken. Der Brexit ist beschlossene Sache. "Tangiert das Votum in irgendeiner Weise unsere Schulpartnerschaft?", lautete die bange Frage an die Englischlehrerinnen Ingrid Schmidt und Kerstin Bauer der Heinrich-Böll-Schule, die mit einer Schülergruppe genau zum Zeitpunkt der Abstimmung auf der Insel weilten. Die Antwort der beiden Pädagoginnen der integrierten Gesamtschule nach ihrer Rückkehr war eindeutig: "Unsere Partnerschulen wollen weiterhin die freundschaftlichen Banden pflegen und unbedingt am Schüleraustausch festhalten."
Hautnah erlebten Schüler der Heinrich-Böll-Schule während eines mehrtägigen Aufenthaltes vor den Sommerferien in Whitby das Votum über Ausstieg oder Verbleib Groß-Britanniens in der EU. Sie wurden Zeugen einer wegweisenden und für die europäische Union extrem belastenden Entscheidung.
Mit dem Flieger traten die Schüler der HBS ihre einwöchige Reise, die Englischlehrer Gernot Oberle im Vorfeld akribisch organisiert hatte, am Frankfurter Flughafen an. In England angekommen, stieg bei den Fürther Schülern die Aufregung auf die Gastfamilien mit jedem gefahrenem Kilometer, dem sie sich dem idyllisch gelegenen Städtchen Whitby näherten. Durch die positiven Erzählungen der Austauschschüler der vergangenen Jahre neugierig gemacht, waren die Erwartungen entsprechend hoch.


Partnerschaft. Schüler der Heinrich-Böll-Schule verbrachten erlebnisreiche Tage in der englischen Partnerstadt Withby. Betreut wurden die Jugendlichen von den HBS-Englischlehrerinnen Ingrid Schmidt (l.) und Kerstin Bauer.


In Whitby wurden die Schüler von ihren Gastfamilien freudig empfangen. Erst etwas schüchtern beschnupperten sich die Austauschschüler, doch die anfänglichen Unsicherheiten verflogen schon nach einigen Stunden. Steckbriefe, mit denen den Schülern die Möglichkeit gegeben wurde, ihre Austauschpartner schon vorab ein wenig kennenzulernen, erleichterten das Miteinander für beide Parteien.
In den folgenden Tagen wurde das etwas passable Schulenglisch in eine erfreulich flüssige Kommunikation verwandelt. Die sprachliche Sicherheit der Schüler machte das Zusammenleben in den Familien harmonisch und völlig unkompliziert. Die Odenwälder Jugendlichen lernten nicht nur das Leben in den Familien kennen, sondern gewannen auch Einblick in den englischen Schulalltag. Abgerundet wurde der Aufenthalt mit verschiedenen Ausflügen in die nähere Umgebung, beispielsweise nach York und Newcastle.
"Unsere Schüler konnten nicht nur ihre sprachlichen Fähigkeiten deutlich verbessern, sondern auch in kultureller Hinsicht war die Reise für alle eine gewinnbringende Erfahrung", bilanzierten Ingrid Schmidt und Kerstin Bauer am Ende der Tour. Fest stehe, so die beiden Englischlehrinnen weiter, dass sich die Schule nicht von den politischen Veränderungen vom seit Jahren erfolgreichen Kurs abbringen lasse. "Ein Brexit der Schulpartnerschaft kommt nicht in Frage", so die klare Aussage beider Schulen.