Projekte, damit Kinder "nicht baden gehen"

Heinrich-Böll-Schule kooperiert mit der ortsansässigen DLRG / Schwimmbadtag

Eine erschreckende Zahl: Über 50 Prozent der Grundschüler kann nicht oder nur unzureichend schwimmen. Die Gründe für diese Fehlentwicklung sind vielfältig: Zum einen werden auf Grund finanzieller Engpässe der Kommunen permanent Schwimmbäder geschlossen, zum anderen ist der Schwimmunterricht aus dem Fokus der Schulen gerutscht. Im hessischen Landtag in Wiesbaden wurde das Thema unlängst heiß diskutiert und ein Schuldiger für die Misere gesucht.
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) nutzt jede Möglichkeit, um auf den Missstand aufmerksam zu machen. An der Heinrich-Böll-Schule reagierte man auf die mangelhaften Schwimmfähigkeiten der Schüler. Die Sportfachschaft, allen voran Fachschaftsleiter Gernot Oberle, möchte die Schüler zum Schwimmen animieren und initiierte deshalb einen "Schwimmbadtag" für Klassen des achten Jahrgangs. Außerdem ist eine enge Kooperation mit der ortsansässigen DLRG beschlossene Sache.
Die ersten Kontakte zwischen der integrierten Gesamtschule und der Fürther DLRG sind bereits geknüpft. Sportfachleiter Gernot Oberle führte "gute Gespräche" mit dem DLRG-Beauftragen Jürgen Moll und dem Vorsitzenden Michael Zeiß, der gleichzeitig den Posten als Schwimmmeister in Fürth bekleidet.
Für die neuen Fünftklässler sollen projektbezogene Schwimmkurse organisiert werden. Darüber hinaus stehen Theoriekurse und Unterricht rund um das Thema "Schwimmen", "Lebensrettung" und "Wasser" im Vordergrund der Zusammenarbeit mit der DLRG. "Die Fünftklässler sollen zudem einen Blick hinter die Kulissen eines Freibades werfen und Einblick in die Arbeit des Personals bekommen", erklärt Sportlehrer Gernot Oberle. Viele hätten, so der Pädagoge weiter, einen falschen Eindruck vom Tätigkeitsbereich des Badepersonals, das scheinbar nur cool am Beckenrand stehe und dabei versuche, ein gutes Bild abzugeben.




Dass die Arbeit viel anstrengender, verantwortungsvoller und vielfältiger ist, erkannten zwei achte Klassen der HBS im Rahmen eines "Testbadetages". Schwimmmeister Michael Zeiß und dessen Frau Lisa Büker beantworteten die Fragen der Achtklässler, darunter auch kritische zum Thema "Energieverbrauch", sehr detailliert. Obendrein präsentierten sie den Schülern das Freibad aus ganz neuen Perspektiven.
Besonders beeindruckt waren die Jugendlichen vom Maschinenraum mit dem Speicherbecken, aber auch der Technikraum im oberen Bereich des Bades brachte die Schüler zum Staunen. Sofort wurde der Gruppe klar, dass das Badepersonal über eine gehörige Portion Technikverständnis und Sorgfalt verfügen muss, damit der Badebetrieb - gerade bei Hochbetrieb im Sommer - reibungslos verläuft.
Die Sportfachschaft werde, so Fachschaftsleiter Gernot Oberle resümierend, auch zukünftig mit Schülergruppen das Fürther Freibad besuchen. Der erste Schritt hin zu einer erfolgreichen Kooperation mit der DLRG und den Verantwortlichen des Freibades ist getan. Ziel ist es, dass an der Heinrich-Böll-Schule alle Schüler schwimmen können und sich gerne in dem von der Gemeinde bestens gepflegten Freibad mit Freude tummeln.