Wenn Alkohol die Gehirnzellen tötet

Präventionsprojekt an der Heinrich-Böll-Schule / Blick durch die Rauschbrille

Jan torkelt hin und her. Der Neuntklässler versucht mit aller Macht, dem schnurgeraden Strich auf dem Boden zu folgen. Vergebens! Nicht besser machen es seine Mitschüler einer neunten Klasse der Heinrich-Böll-Schule. Kein Wunder: Die Schüler blicken durch eine "Rauschbrille", die einen Alkoholwert von 0,8 Promille suggeriert. Von koordinierten Bewegungen kann keine Rede mehr sein. "Schon krass, wenn man plötzlich zwei Linien sieht und seine Schritte nicht mehr steuern kann", bringt es eine Schülerin auf den Punkt.
Die Heinrich-Böll-Schule hat es sich vor einigen Jahren zum Ziel gesetzt, ihre Schüler auf die Gefahren des Alkoholkonsums aufmerksam zu machen. Das Präventionsprojekt, organisiert von Lehrerin Christina Hantke, gehört mittlerweile zum festen Bestandteil des Bildungskonzeptes der integrierten Gesamtschule. Durchgeführt wird der Aufklärungskurs in Sachen "Alkohol und die Folgen" von der Barmer Krankenkasse. Bezirksgeschäftsführerin Marion Moser, die in der vergangenen Woche die Schule besuchte, traf den Ton der Schüler und konnte in sehr anschaulicher Form auf die Gefahren hinweisen.



Schüler des neunten Jahrgangs der Heinrich-Böll-Schule nahmen an einem Präventionsprojekt zum Thema Alkohol teil. Eine Rauschbrille suggerierte einen Alkoholwert von 0,8 Promille. Die Schüler mussten verschiedene Aufgaben bewältigen, was ihnen reichlich schwer fiel. Durchgeführt wurde das Projekt von Marion Moser, Mitarbeiterin der Barmer Krankenkasse.


Bevor die Referentin die Versuche mit der Rauschbrille startete, unterhielt sie sich mit den Schülern über Themen wie "Flatratpartys", "Komasaufen" und "Binge-Drinking". Auch die rechtliche Seite des Alkoholkonsums beziehungsweise der Beschaffung von Spirituosen ließ Marion Moser nicht unerwähnt.
Sichtlich schockiert zeigten sich die Schüler, als die Referentin eine erschreckende Zahl nannte: Jährlich sterben in Deutschland 74000 Menschen an den Folgen übermäßigen Alkoholkonsums. Natürlich wurde im Projekt auch erörtert, was man im Falle einer Alkoholvergiftung unternehmen muss. "Auf keinen Fall dürft ihr die alkoholisierte Person allein lassen und euch aus dem Staub machen", betonte Marion Moser.
Den Abschluss des gelungenen Projektes bildeten die Selbstversuche mit der Rauschbrille. Alle Neuntklässler wollten das nicht gerade angenehme Gefühl eines Rausches erleben. "Ich lasse die Finger von Alkohol. Die Folgen sind alles andere als schön", erklärte ein Schüler nach seinem wackeligen Gang entlang der Linie.