Das eigene Profil selbst checken, bevor es andere tun

Medientage an der Heinrich-Böll-Schule für Schüler des achten Jahrgangs / Interessante Projekte

Geile Party am vergangenen Wochenende. Gefeiert bis in die Puppen. Alle sollen auf der Profilseite in den sozialen Netzwerken sehen, wie viel Spaß man hatte. So weit, so gut. Doch nicht nur Freunde schauen auf die Profilseiten und posten dazu mehr oder minder sinnige Kommentare. Auch potentielle Arbeitgeber werfen einen Blick darauf, um zu sehen, was die Bewerber in ihrer Freizeit anstellen. Dann kommt es nicht gut, wenn Jugendliche bei "geilen Parties" im Alkoholrausch auf den Tischen tanzen. Deshalb der Rat von Anne Schmitt, Mitarbeiterin des Institutes für Medienpädagogik und Kommunikation (MuK) aus Dreieich an Achtklässler der Heinrich-Böll-Schule: "Checkt das eigene Profil, bevor es andere tun."
Im Rahmen zweiter Medientage setzten sich die Schüler des achten Jahrgangs der Heinrich-Böll_Schule in Fürth mit ihrem Konsum und ihrer Kommunikation im digitalen Universum auseinander. Bereits zum sechsten Mal in Folge emp?ng die Schule das Institut für Medienpädagogik und Kommunikation sowie die Schulbeauftragte der Polizeidirektion Bergstraße, Bettina Noll. Für die inhaltliche Planung der Medientage war Anne Schmitt verantwortlich. Sie hatte mit ihrem Team mehrere Workshops konzipiert.
Die Palette reichte von Computerspiele bis hin zu Filmtrailer. An beiden Tagen beschäftigten sich die Schüler der integrierten Gesamtschule theoretisch und praktisch mit den digitalen Medien. Dass der persönliche Umgang oft nicht kritisch beäugt wird und die Verwendung von Apps oder das Zocken diverser Spiele nicht ganz unproblematisch ist, wurde vielen Jugendlichen an den beiden Tagen deutlich.
Anne Schmitt, die gemeinsam mit Elisabeth Husser, Jeannine Groling, Fiona Bayer und Jan Ruland an die HBS gekommen war, hob hervor, dass die Schüler immer früher zu "Medienexperten" werden. "Die Fragen zur digitalen Welt, zu den verschiedenen Medien, werden immer differenzierter; das ist schon ein hohes Niveau", betonte Anne Schmitt am Ende der beiden Medientage. Umso wichtiger ist es für die Heinrich-Böll-Schule, dass sich die Schüler frühzeitig mit den Chancen und Risiken auseinandersetzen. Es ist, darin sind sich die Pädagogen an der integrierten Gesamtschule einig, nicht getan, Smartphone, Tablet oder Laptop als "Teufelszeug" zu verdammen.



Computerwelt: Anne Schmitt vom Institut für Medien und Kommunikation informierte mit ihrem Team an zwei Tagen den Schülern des achten Jahrgangs der Heinrich-Böll-Schule über den richtigen Umgang mit den neuen Medien.


Es geht darum, die neue Technik sinnvoll zu nutzen und in die Lebenswelt zu integrieren. Das fängt bei der Internetrecherche für das nächste Referat an und hört bei der Verabredung mit der Clique auf. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass die Verlockungen des Computers ein enormes Suchtpotential darstellt.
Genau darauf wurde in einem Projekt mit dem Titel "Meine Medien und ich" nachdrücklich aufmerksam gemacht. Apropos Projekte: Das MuK schafft es jedes Jahr aufs Neue, mit aktuellen Themen das Interesse und die Neugier der Schüler zu wecken. Das junge Team spricht die Sprache der Jugendlichen und unterlässt Vorträge mit dem erhobenen Zeige?nger.
Schulleiter Alexander Hauptmann dankte dem MuK-Team und Bettina Noll von der Polizei für deren "wichtige Arbeit". Vielleicht, so der Schulleiter, müsse das Thema "Neue Medien" bereits in jüngeren Jahrgängen zur Sprache kommen. Sein Dank galt auch der Organisatorin Christina Hantke und Christian Eckes, der für eine problemlosen Ablauf auf dem technischen Sektor sorgte.