Nein sagen zur Kippe

An der Heinrich-Böll-Schule trainierten Jugendliche, auf Zigaretten zu verzichten. Initiator des Projektes war die Deutsche Herzstiftung, die damit bundesweit aktiv ist.

Drei Tage lang bekamen die Siebtklässler der Heinrich-Böll-Schule jede Menge anschauliche Informationen über das heikle Thema "Rauchen". Bereits seit 2006 führt die Deutsche Herzstiftung das Präventionsprojekt "Rauchzeichen" bundesweit durch, was sich insbesondere an Schüler im 12. und 13. Lebensjahr richtet. Ziel des Projektes ist es, den Schülern in einem Alter, in dem sie mehrheitlich noch nicht rauchen, klar zu machen, was es bedeutet, bewusst oder unbewusst in eine Raucherkarriere zu gleiten.
Gespannt standen die Siebtklässler um die Referentin Katharina Fischer, als diese einen Glaskolben auspackte und dort ein weißes Taschentuch hineinlegte, das symbolisch für die Lunge stand. Schließlich zündete sie eine Zigarette an und simulierte mit einem Blasebalg mehrere Raucherzüge. Schon nach kurzer Zeit war das Taschentuch von einer dichten Nikotinwolke umgeben, nach noch nicht mal einer Minute war es schließlich von einigen dicken und dunklen Teerfleck bedeckt. "Igitt, das ist ja ekelhaft und stinkt", so die Schüler, die sich angewidert wegdrehten, als es ihnen das Tuch zum Schnuppern gereicht wurde.



Die Schüler waren beeindruckt, als sie sahen, dass bereits nach wenigen Zigarettenzügen das Taschentuch im Glaskolben voller dicker und dunkler Teerflecken bedeckt war.


"Rauchzeichen" - der Name allein sagt es schon, es soll ein Zeichen gesetzt werden. Der Einstieg in die Raucherkarriere beginnt in der Regel nach dem 12. Lebensjahr. In diesem Alter kann Prävention wirksam sein. Die Deutsche Herzstiftung hat zu diesem Zweck dieses Programm entwickelt, mit dessen Hilfe die Schüler sowohl mental als auch emotional angesprochen werden.
"Den Jugendlichen soll bewusst werden, dass sie in den nächsten Jahren vermutlich in Versuchung kommen, in irgendeiner Gruppe mitzurauchen. Oft schlittern sie unbewusst in diese Entscheidung, mit der sie dann vielleicht in eine Abhängigkeit geraten, aus der es ihnen nicht mehr möglich ist, so einfach herauszukommen. Wenn die Schüler in der Schule durch Ärzte und andere Referenten von außen angesprochen werden, hat das einen besonderen Effekt", so Christina Hantke, Beratungslehrerin für Suchtprävention an der HBS, welche die Veranstaltung für die Schule initiierte und betreute.
In jeweils zwei Schulstunden informierten der Kardiologe Dr. Salewski sowie die Referenten Christian Hantke und Katharina Fischer die Siebtklässler auf altersgerechte und durchaus sehr nachdenklich machende Art und Weise über die oft erheblichen Folgen des Tabakkonsums. Beeindruckend waren beim inhaltlichen Vortrag besonders Ultraschallaufnahmen des Herzens und die veränderte Funktion von Organen und Gefäßen unter Tabakkonsum. Auch mit der falschen Vorstellung, das immer moderner werdende Shisha-Rauchen sei weniger gefährlich als das Rauchen von Zigaretten, räumte die Referenten auf. Beim gemeinsamen Rauchen einer Shisha würde man die gefährlichen Giftstoffe in viel kürzerer Zeit in einer erheblich höheren Dosis aufnehmen.



"Rauchzeichen" - der Name des Präventionsprojekts der Deutsche Herzstiftung allein sagt es schon, es soll ein Zeichen gesetzt werden. Die Zeichen auf dem Taschentuch zeigten deutlich, was Zigaretten mit der Lunge anstellen.


Ausgehend von den theoretischen Risiken des Rauchens wurden die Schüler vor allem für die Sache begeistert, indem sie aktiv eingeschaltet waren. Sie erfuhren, wie man verschiedene Formen von Kreislaufstörungen erkennt und Notfallmaßnahmen durchführt. Sie lernten selbst, Herztöne mit dem Stethoskop abzuhören.
Die Vertreterin der Deutschen Herzstiftung sowie Projektleiterin Jule Thomas und Kardiologe Dr. Salewski betonten auf einem zuvor stattgefundenen Informationsabend speziell für die Eltern, dass das Programm nicht mit Abschreckung arbeite, sondern sie mit den Jugendlichen das Pro und Kontra des Rauchens diskutieren wollen. Sie wollen vor allem informieren und nicht das Rauchen verbieten. Jeder müsse selbst entscheiden, wie er mit seiner Gesundheit umgehe. Man wolle den jungen Erwachsenen die Thematik des Rauchens näherbringen und sie zu eigenen Rückschlüssen anregen. Das Verantwortungsgefühl für sich selbst spiele dabei eine wichtige Rolle.



Der Kardiologe Dr. Salewski sowie die Referenten Christian Hantke und Katharina Fischer informierten die Siebtklässler der Heinrich-Böll-Schule auf altersgerechte und durchaus sehr nachdenklich machende Art und Weise über die oft erheblichen Folgen des Tabakkonsums.


"Unsere Schüler zeigten sich äußerst interessiert, sodass ihnen dieses Projekt einiges Überlegenswertes mitgeben konnte. Mit jeder Menge Wissen im Gepäck verließen sie den Projektraum und konnten sich ein eigenes, fundiertes Bild zum Rauchen machen. Aber auch Eltern und Lehrer gaben dieser Veranstaltung gute Noten, sodass ich mich dafür einsetzen werde, dass sie im nächsten Schuljahr erneut stattfinden wird. Es ist wesentlich schwieriger mit dem Rauchen wieder aufzuhören, als überhaupt damit anzufangen - deshalb ist solch eine Präventionsmaßnahme unabdingbar für unsere Schüler", so der Schulleiter Alexander Hauptmann, der betonte, wie wichtig ihm diese Aufklärungsaktion sei und welch große Unterstützung die Beteiligung der Referenten darstelle.