Auf dem Weg zum französischen Sprachdiplom

Nach den schriftlichen Prüfungen im April folgt für die Schüler der Heinrich-Böll-Schule nun der mündliche Teil in Mainz.

Die Französischlehrer Brigitte Harder und Sven Spottka, die an der Fürther Gesamtschule unterrichten, bereiten ihre Schüler sorgfältig und gründlich auf das "Diplôme d'Etudes en Langue Française" (DELF) vor. Ziel ist es für 17 Schüler, das begehrte und international anerkannte Sprachdiplom zu erhalten. Zum Erreichen müssen schriftliche und sprachliche Prüfungen abgelegt werden.
Dass an Wochentagen im Schulhaus Aufregung herrscht, wenn eine Arbeit bevorsteht, ist nichts Neues. Ungewöhnlich hingegen ist es, wenn diese Aufregung auch an einem Samstag zu spüren ist. Neun Neuntklässler und acht Zehntklässler bewiesen an diesem Tag in einem schriftlichen Test ihre Französischkenntnisse. Der zweite Teil der Prüfung steht ebenfalls schon vor der Tür, denn Anfang Mai werden die 17 Schüler extra in die Landeshauptstadt Mainz fahren, um den mündlichen Part abzulegen.
Da das DELF-Diplom aussagekräftiger und vergleichbarer ist als die Zeugnisnoten, können die HBS-Schüler seit 2010 freiwillig an der gründlichen und sehr sorgfältigen Vorbereitung durch die Französischlehrer teilnehmen. Nicht unerwähnt sollte dabei bleiben, dass die Jungen und Mädchen diesen Kurs zusätzlich zu all ihren anderen Schulstunden am Nachmittag besuchen. Ihnen ist nämlich klar, dass sie hier nicht irgendein Zertifikat erwerben, sondern ein international anerkanntes, das nur das französische Ministerium für Bildung, Hochschulen und Forschung ausstellen darf.



Zusätzliche Stunden am Nachmittag nehmen diese Schüler freiwillig in Kauf, denn sie alle wollen das begehrte und international anerkannte französische Sprachdiplom - das "Diplôme d'Etudes en Langue Française" (DELF).


Das Erwerben des Diploms wird an der integrierten Gesamtschule auf zwei Niveaustufen, A1 und A2, angeboten. Bei der ersten Kompetenzstufe in Klasse neun wird getestet, ob der Teilnehmer einfachste Situationen verstehen kann und Grundkenntnisse vorhanden sind. Die zweite Kompetenzstufe in Klasse zehn überprüft elementare Umgangsformen, welche man zur Bewältigung des Alltags benötigt. Jede Prüfung beinhaltet immer einen schriftlichen sowie mündlichen Teil. Der Schriftliche umfasst das Hörverständnis (compréhension orale), das Textverständnis (compréhension écrite) sowie den schriftlichen Ausdruck (production orale). Der mündliche Part prüft schließlich den mündlichen Ausdruck (production orale). Je nach Niveaustufe sind die Prüfungsaufgaben anders aufgebaut und von unterschiedlicher Länge. Die Anforderung an den Teilnehmer wird mit zunehmender Niveaustufe höher, auch die Prüfungsthemen variieren innerhalb der einzelnen Stufen.
In Mainz warten in wenigen Tagen nun unterschiedliche Aufgaben auf die Neunt- und Zehntklässler. Im ersten Prüfungsteil sollen die Schüler zum Beispiel, die eigene Person, die Familie oder die Schule in einem Monolog darstellen. Die Zehntklässler müssen darüber hinaus noch Fragen zum Vortrag beantworten. Danach folgt ein Frage-und-Antwort-Spiel, in dem die Schüler in einer für sie unbekannten Situation Fragen an die Prüfer - allesamt Muttersprachler - stellen müssen. Der Prüfer wird dabei den Dialog lenken. Zum Abschluss schlüpfen die Schüler in eine Rolle und sollen möglichst flüssig und vor allem situationsbezogen mit den Prüfern parlieren. So kann es sein, dass einige Schüler, den Einkauf von Obst und Gemüse auf einem Markt oder das Bestellen von Kinokarten nachspielen sollen. Die A2-Prüflinge hingegen müssen beispielsweise eine Reise nach Paris organisieren oder mit Freunden in einem französischen Restaurant speisen.
"Das sind schon ordentliche Herausforderungen, die hier von unseren Schülern verlangt werden. Doch wir haben in diesem Schuljahr genau solche Situationen mehrfach erprobt, deshalb schicken wir auch alle 17 ganz zuversichtlich in diese Prüfung", erklären Brigitte Harder und Sven Spottka, die ihre Schützlinge selbstverständlich nach Mainz begleiten werden.
Die Heinrich-Böll-Schule drückt folgenden Schülern die Daumen: Berbiche Kazadi und Saskia Stadler (9/3), Selina Fey, Michele Markert und Lea Stockert (9/4), Maike Guthier und Jonas Schmidt (9/5), Benjamin Florig und Lea Unger (9/6), Mira Hölzing (10/1), Anna Mettmann und Violetta Nowak (10/2), Alina Schwab (10/3), Julia Czipka (10/4), Dana La Rocca, Sandra Weimann und Laura Zefferino (10/5).