Rettungsassistent als Vorbild

Die Achtklässler der Heinrich-Böll-Schule erforschten im Religionsunterricht, welche Menschen sie inspirieren und bewundern.

"Wer hat heute noch das Zeug zum Vorbild?", fragte die Schulpfarrerin Barbara Holzapfel-Hesselmann vor einigen Wochen die Schüler einer achten Klasse der Heinrich-Böll-Schule. "Was bewundert ihr an Eltern, Verwandten, Freunden oder auch fremden Menschen und wie könnt ihr diesen nacheifern?"
Ob Schauspieler, Sportler, Wissenschaftler oder sogar Diskjokes - die Achtklässler nannten schnell unzählig viele Vorbilder. Prominente inspirieren Jugendliche seit Generationen. Die Stars geben Themen, Kleidung, Frisuren, Aktivitäten und Einstellungen vor, die den Alltag bestimmen. Doch handelt es sich bei diesen Menschen nicht einfach auch oft nur um Idole? Um ihnen eine kleine Vorstellung darüber zu geben, wen man und warum sie als Vorbild hat, wurde Matthias Casties von der Offensive Junger Christen (OJC e.V.) in Reichelsheim eingeladen. Er erzählte in eindrucksvollerweise, welche Personen ihn in seinem Leben bereits so sehr imponiert haben, dass er sie zu seinen persönlichen Vorbildern zählt. Nachdem die Jungen und Mädchen den Unterschied zwischen einem Idol und einem Vorbild erarbeitet hatten, gewannen für sie vor allem ehrenamtlich tätige Menschen, gefolgt vom Rettungssanitätern und Feuerwehrleuten an großem Ansehen.



Der Rettungssanitäter des DRK, Sascha Kilian, war zu Besuch an die Heinrich-Böll-Schule gekommen, um als Held des Alltages von seinem Beruf zu berichten.


Als ein Held des Alltages lernte der Religionskurs schließlich Sascha Kilian, der Rettungssanitäter beim Deutschen Roten Kreuz ist, kennen. Natürlich waren die Schüler neugierig und wollten genau wissen, warum er diesen Beruf ausübt und welche Erfahrungen er in seinem Alltag bereits erlebt hat. "Mir ist es wichtig, hilflosen Menschen unterstützen und beiseite stehen zu können. Besonders schön ist anschließend das Gefühl, wenn uns diese Menschen ihre Dankbarkeit entgegenbringen. Das ist jedes Mal etwas ganz Besonderes", erzählte der Rettungssanitäter. Solche Erlebnisse und die tiefen Freundschaften, die sich im Laufe der Zeit zwischen den Angehörigen der Einsatzkräfte entwickeln, seien immer wieder großartige Bestätigung für den Aufwand. Weiter berichtete er davon, dass seine Arbeit zum Teil auch sehr belastend sei, vor allem wenn ihre Hilfe zu spät kommt oder es junge Menschen und Kinder betreffen. "Solche Einsätze nehmen uns Rettungssanitäter natürlich persönlich mit. Auch die Funktion als Notfallseelsorger lässt sich nach Dienstschluss nicht so einfach ausschalten", so Sascha Kilian. Es sei ein Beruf, der einen extrem fordert aber auch zutiefst befriedigt.
Der Verdienst als Rettungssanitäter darf bei der Ausbildungssuche kein Kriterium sein, denn das erste Ausbildungsjahr ist meist unvergütet, weshalb man viel Leidenschaft für diesen Beruf mitbringen sollte. Als Rettungsassistent benötigt man zudem starke Nerven, Teamfähigkeit und Belastbarkeit. Auch sollte es einem nichts ausmachen, an Wochenenden, Feiertagen oder in der Nacht zu arbeiten. Der Umgang mit Menschen ist extrem wichtig, denn oft muss man die Unfallopfer versorgen und parallel die Beteiligten beruhigen. Als schulische Grundlage ist der Haupt- oder Realschulabschluss nötig, dann folgt eine dreijährige Ausbildung. Wer sich schon als Schüler für den Rettungsdienst interessiert, kann auch bereits zu den Jugendgruppen des Deutschen Roten Kreuzes gehen.



Auf dem Schulhof präsentierte Sascha Kilian vom DRK seinen modernen Rettungswagen mit den entsprechenden Medizingeräten.


Zum Abschluss ging der Rettungssanitäter mit der Gruppe auf den Schulhof, denn dort war sein Rettungswagen geparkt. Über die gesamte Technik, die in einen einzigen Wagen passt, konnten die Schüler schließlich nur staunen. "Das DRK ist immer auf der Suche nach Nachwuchs und freut sich besonders auf kleine Retter im Alter von zehn bis 16 Jahren. Für Erste Hilfe ist es nie zu früh!", verabschiedete sich schließlich Sascha Kilian, dem die Mitgliederwerbung besonders am Herzen liegt.