300 Euro für den guten Zweck

Die Schüler der Heinrich-Böll-Schule engagieren sich für ihr vietnamesisches Patenkind.

Durch verschiedene Aktivitäten kommen während des Schuljahres allerhand Spenden für ihr Patenkind aus Vietnam und anderen guten Zwecken zusammen. Seit einigen Jahren führt die Heinrich-Böll-Schule dazu drei feste Aktionen aus.
Zum einen lässt sich die Pfarrerin Barbara Holzapfel-Hesselmann während der Adventszeit immer eine findige Idee einfallen, welche die Spendenkasse etwas füllt. Aus einfachen Buchseiten des bekannten Gebet- und Gesangbuchs "Gotteslob" haben die fünften und sechsten Klassen diesmal etwas ganz Besonders gezaubert. Ein kleiner Engel entstand, wenn man zwei Liedblätter faltete, mit Draht versah sowie einer Holzkugel als Kopf ausstattete und schließlich einen Faden hindurchfädelte. Das himmlische Wesen konnte nun als Weihnachtsbaumanhänger verwendet werden. Für die Bastelarbeiten brachte jeder Schüler einen Euro mit. Das Geld, das über die Materialkosten hinausging, kam schließlich dem Patenkind der Schule zugute.
Als Kind in einem Entwicklungsland geboren zu werden, bedeutet für die meisten von ihnen lebenslange Armut und Chancenlosigkeit. Auch der 11-jährige Duc Danh Mang aus Vietnam zählt dazu, doch hat er im Gegensatz zu vielen anderen Kindern das große Glück, Patenkind der Heinrich-Böll-Schule zu sein. Seit Jahren übernimmt die Schule die Patenschaft eines bedürftigen Kindes, um ihm eine bessere Zukunft, gesunde Ernährung, Zugang zu sauberem Trinkwasser, medizinische Versorgung und Bildung zu ermöglichen.



Die Schüler der Heinrich-Böll-Schule gestalteten viele bunte Glückwunschkarten, die Duc Danh - das vietnamesische Patenkind der Schule - zu seinem 12. Geburtstag erhält.


Die zweite Aktion wird Duc Danh, der im März seinen zwölften Geburtstag feiert, besonders erfreuen. Zu seinem Geburtstag wird er jede Menge Glückwunschkarten erhalten, denn jeder Fünftklässler gestaltet zurzeit eine Karte mit guten Wünschen in englischer Sprache. "Die Karten", schwärmt die Religionslehrerin Barbara Holzapfel-Hesselmann, "sind liebevoll gestaltete Kunstwerke." In den nächsten Wochen werden sie dann per Post auf die Reise nach Vietnam geschickt, damit Duc Danh sie am 12. März pünktlich zu seinem persönlichen Festtag öffnen kann.
Die Fachschaft Religion, die sich seit sechs Jahren um das Patenprojekt kümmert, nimmt für ihre dritte Sammelaktion auch in diesem Jahr erneut die Passions- bzw. Fastenzeit zum Anlass. In dieser Zeit bringt jeder Religions- und Ethiklehrer ein Marmeladenglas mit in den Unterricht, das jede Stunde herumgereicht wird. Schulpfarrerin Barbara Holzapfel-Hesselmann, die diese Aktion vor Jahren ins Leben rief, animiert die Kinder auf freiwilliger Basis in den sieben Wochen insgesamt zwei Euro zu spenden. Ihre Begründung dafür ist: "Uns geht es hier so gut. Wenn jeder von uns nur 30 Cent pro Woche gibt, ist das für den einzelnen Schüler nicht viel. Aber insgesamt kommt am Ende etwas Großes dabei raus, womit wir Menschen helfen können, denen es nicht so gut geht."
Die Idee, ein Patenkind zu "adoptieren", wurde vor Jahren von der Schülervertretung realisiert. Seitdem trägt die Schule mit verschiedenen Spendenaktionen dazu bei, die Ausbildung ihres Patenkindes zu gewährleisten. "Die Patenschaft bei World Vision ist wirklich eine sehr persönliche Unterstützungsform, denn wir wissen genau, welchem Kind wir wie helfen", erklärt die Pfarrerin Barbara Holzapfel-Hesselmann.
Bisher kamen 300 Euro zusammen, zudem stehen weitere Aktionen bereits in den Startlöchern. "Die selbstverständliche Spendenbereitschaft unserer Schüler beeindruckt mich jedes Jahr aufs Neue. Sie bereichern durch ihr Geben das Leben eines fremden Kindes. Besonders schön ist, dass sie dabei selbst glücklich sind und ein gutes Gefühl haben", so die Stufenleiterin Eveline Vieweg.