Weihnachtspäckchen für Kinder in und rund um Fürth

Ein Gefühl davon vermitteln, was Weihnachten ist.

Seit 17 Jahren verpacken die Schüler der Heinrich-Böll-Schule liebevoll ausgewählte Geschenke, um bedürftigen Kindern aus Nordportugal eine Freude zu Weihnachten zu bereiten. Diese Spendenaktion, die jährlich von der Fachschaft Religion organisiert wird, gibt es seit 1998. Doch in diesem Jahr hat sich dieses Schulprojekt erstmals etwas verändert.
Vor wenigen Wochen kam die traurige Nachricht, dass der Transport der Weihnachtspäckchen nach Portugal aus organisatorischen und finanziellen Gründen zunächst nicht mehr stattfinden kann. Auch wenn Schüler und Lehrer erst einmal bedrückt waren, war für sie schnell klar, dass sie trotzdem Päckchen packen und diese langjährige Tradition auf jeden Fall fortsetzen möchten. Diesmal sollten es vor allem Kinder in und rund um Fürth sein, die mit kleinen Geschenken überrascht werden sollten. "Nach einigen Überlegungen und Telefonaten konnte die neu entstandene Idee schließlich in die Tat umgesetzt werden, worüber wir alle sehr glücklich waren", erklärte die Stufenleiterin Eveline Vieweg, die von Beginn an die Schirmherrschaft für dieses Schulprojekt übernahm.
Voller Eifer und Tatendrang legten sich Schüler, Eltern wie Lehrer ins Zeug und suchten hübsche Kuscheltiere, passende Kleidung, schöne Spielsachen, nützliche Schulartikel und leckere Süßigkeiten für Kinder im Alter von 3 Monaten bis 13 Jahren aus. In der Schule wurde über mehrere Wochen all diese Dinge gesammelt, dort liebevoll von den Schülern verpackt und mit entsprechender Altersklasse gekennzeichnet. Über 90 Päckchen kamen am Ende zusammen.



Eine lange Tradition wird an der Heinrich-Böll-Schule fortgesetzt. Auch in diesem Jahr hatten die Schüler viel Freude daran, allerhand Päckchen zu füllen und zu packen, die diesmal für Kinder in und um Fürth waren.


Am vergangenen Montag (21.12.) und Mittwoch (23.12.) brachten die beiden Schulsprecherinnen Anna Wagner und Hannah Hüttig mit zwei weiteren Jungen, Nick Stephan und Alexander Renner, aus dem siebten Jahrgang und deren Lehrerin Eveline Vieweg den größten Teil der Geschenke ins Feriendorf Kröckelbach, in dem seit Anfang des Jahres viele Flüchtlingskinder leben. "Auch wenn die Kinder den Weihnachtsbrauch aus ihrem Land nicht kennen, war es toll zu sehen, wie sehr sie sich über die Geschenke gefreut haben. Wir waren umgeben von lauter leuchtenden Kinderaugen, die voller Dankbarkeit die Pakete annahmen", berichteten die beiden Schulsprecherinnen.
Die Religionslehrer der Heinrich-Böll-Schule möchten in ihrem Unterricht nicht nur Werte vermitteln, sondern diese vor allem gemeinsam mit ihren Schülern leben. "Manche Schüler haben gefragt, warum wir die Flüchtlingskinder beschenken, obwohl sie doch gar kein Weihnachtsfest feiern. Ein besonderes Anliegen dieser speziellen Aktion ist, genau diesen Kindern ein Gefühl davon zu vermitteln, was Weihnachten ist. Zu deren Gelingen haben viele Schüler, Eltern und Lehrer beigetragen und leben somit diesen weihnachtlichen Gedanken. Sie alle trägt der warmherzige Gedanke, diesen Kindern, die Schlimmes durchgemacht haben, Freude zu schenken. Sie genauso zu behandeln wie die eigenen Kinder und ihnen das gleiche Strahlen ins Gesicht zu zaubern, das man von den eigenen Kindern kennt. Genau das ist, was zählt", bemerkte die Religionslehrerin Eveline Vieweg abschließend.
Dank der guten Organisation der Fachschaft Religion fanden auch die restlichen Päckchen freudige Abnehmer in Steinbach sowie in der Fürther Kleiderkammer, wo sie an bedürftige Familien verteilt werden. Nicht unerwähnt sollte auch die hilfreiche Unterstützung von Frieda Olfert (Amt für Soziales des Kreises Bergstraße), Stefan Ringer (Verein Feriendorf im Odenwald e.V.) sowie Stefanie Stocker (ehrenamtliche Helfer für Asylbewerber) bleiben.