Lesen ist Kino im Kopf

Fünf nervenstarke Leseratten treten beim Schulentscheid an.

Von Oktober bis Dezember werden die Leseratten zu kleinen Stars an der Heinrich-Böll-Schule (HBS), denn dann findet traditionell die Zeit des Vorlesewettbewerbs statt. Begeistert wird sich angefeuert und gar mitgefiebert, wenn die Jungen und Mädchen ihre spannenden Geschichten erzählen. Schnell infizieren sie ihre Mitschüler mit dem in dieser Zeit besonders ansteckenden Lesevirus. Gerade deshalb ist diese Veranstaltung als traditionsreiche Leseförderungsinitiative an der integrierten Gesamtschule nicht mehr wegzudenken.
In den vergangenen Wochen entdeckten die Kinder also jede Menge neue Bücher und stellten ihre eigene Lieblingsgeschichte innerhalb ihres Kurses vor. Ob Ausstellungen in der Mediothek oder das kreative Gestalten einer selbst entworfenen Schuhkiste passend zum Lieblingsbuch, die Deutschlehrer nutzen verschiedene Aktivitäten rund ums Buch und förderten jenseits von Notendruck den Umgang mit Literatur. Dabei konnten sich alle Kinder unabhängig von ihrem Vorlesetalent einbringen, denn im Mittelpunkt dieses größten Wettbewerbs standen von Beginn an Lesefreude und Lesemotivation.
Am Dienstagmorgen (08.12.) wurde dann endlich im großen HBS-Finale der Schulsieger gekürt. Begleitet von ihren Mitschülern stellten sich die Finalisten einer Jury, die aus drei externen Juroren, einer Lehrerin und dem Vorjahressieger Sandro Bahr (7/3) bestand. Sie achteten in ihrer Bewertung unter anderem auf die Betonung und Lautstärke, auf deutliches Sprechen sowie sinnvollen Pausen. Als die fünf Leseratten mit ihrem selbst gewählten Lieblingsbuch begannen, boten sie ihren Zuhörern ein abwechslungsreiches Spektrum an Themen: ein großes Reitturnier, Geheimnisse der Anubis-Bewohner, die Höhe- und Tiefpunkte in Julies Tagebuch, Reisen in ferne Länder und längst vergangene Zeiten sowie ein magisches Baumhaus.



Der kommissarische Schulleiter Andreas Stüber gratulierte den fünf besten Vorlesern des sechsten Jahrgangs der Heinrich-Böll-Schule. Sie sind an ihrer Schule die Botschafter für das Lesen.


"Es gefällt mir, dass ihr euch einem Wettbewerb und dann auch noch diesem stellt. Auch finde ich es toll, dass ihr euch so sehr für das Lesen begeistert. Bei dem heutigen Medienangebot ist es oft einfacher den Film anzuschauen, als das Buch zu lesen. Genau deshalb nehmt ihr an unserer Schule eine wichtige Rolle ein, denn ihr seid die Botschafter für das Lesen. Auch wisst ihr ja, Lesen ist Kino im Kopf. Wer liest, erzeugt Bilder, die das Gehirn wie bei einem Film aneinander reiht. Wem vorgelesen wird, der erfährt denselben Effekt", so der kommissarische Schulleiter Andreas Stüber, kurz bevor er den Schulsieger verkündete. Am Ende war dies beim Vorlesewettbewerb 2015/2016 die Schülerin Marit Eisenhauer (6/3), die nun die HBS als ihre Schule im kommenden Frühjahr beim Kreisentscheid vertreten wird. Zweiter wurde Nils von Steht (6/2), gefolgt von Shalina Helmke (6/2) auf Platz drei.



Den Schulsieger zu ermitteln, fiel der Jury gar nicht so leicht, denn alle machten ihre Sache wirklich gut.


"Jedes Jahr nehmen an unserer Schule über hundert Schüler am Vorlesewettbewerb teil. Manche von ihnen haben sich bisher nie intensiv mit Büchern beschäftigt. Wenn bei einigen der Funke fürs Lesen, für Geschichten und ihre Protagonisten überspringt, haben wir schon gewonnen. Die Motivation zum Lesen und der damit verbundene Lesewettbewerb sind deshalb wichtige Bestandteile der Sprachförderung unserer Schule", erklärte die Lehrerin Silvia Hantke, die im laufenden Schuljahr immer wieder verschiedene Lese-Projekte sowohl für Schüler als auch Eltern und Lehrer in der schuleigenen Mediothek anzettelt und durchführt.