Schüler verfallen dem Pariser Charme

Fünf Tage und vier Nächte verbrachte die 15-köpfige Schülergruppe der Heinrich-Böll-Schule mitten in Paris und erlebte ein schier endloses sowie vielfältiges Angebot an kulturellen und historischen Eindrücken.

Paris, die Keimzelle der französischen Revolution, inspiriert die ganze Welt. Nicht nur Maler und Filmemacher, Modeschöpfer und Musiker kommen in diese Metropole, auch die Schüler der Heinrich-Böll-Schule, die Französisch als zweite Fremdsprache gewählt haben, lernen während ihrer Schulzeit die schönsten Ecken der Stadt der Liebe kennen.
Neben dem jährlich stattfindenden Schüleraustausch mit den beiden Partnerschulen in Thizy les Bourgs, organisieren die Französischlehrer der HBS für ihre Schüler als besonderen Leckerbissen zudem eine mehrtägige Fahrt in die Hauptstadt Frankreichs. In diesem Jahr war es endlich wieder soweit, denn die sogenannte und äußerst beliebte "Drittortbesichtigung" findet an der integrierten Gesamtschule nur alle drei bis vier Jahre statt.
Vor zwei Wochen empfing schließlich Paris die Fürther Truppe mit einem schier endlosen Angebot an kulturellen Sehenswürdigkeiten, schönsten Aussichtspunkten, großen Boulevards und schrillsten Bistros. Sofort waren die rund 15 Schüler dem lebendigen Treiben am Seineufer, den malerischen Straßen, zahlreichen kleinen Künstlerläden, edlen Boutiquen, bunten Gärten und diesem einzigartigen Charme verfallen.
Als die Truppe am frühen Montagmorgen in Mannheim in den ICE stieg, rechnete keiner von ihnen mit so vielen unterschiedlichen Eindrücken am ersten Tag. Bereits drei Stunden später kamen sie am "Gare de l'Est", dem Ostbahnhof an. Wer Paris kennt, weiß, dass die Innenstadt aus 20 Stadtteilen, den sogenannten "Arrondissements" besteht, die von 1 bis 20 nummeriert sind und spiralförmig im Uhrzeigersinn um das Zentrum liegen. In Clichy, dem 17. Arrondissement, befand sich das Hotel der Schüler und Lehrer. Dort angekommen, interessierte sich wirklich niemand mehr fürs Auspacken, denn alle wollten unbedingt den 324 Meter hohen "Tour Eiffel" sehen, der als höchstes Bauwerk das Pariser Stadtbild prägt und zu den meistbesuchten Wahrzeichen der Welt gehört. Dort angekommen, begeisterte das beeindruckende Panorama die 14- bis 15-Jährigen.



Paris empfing die Fürther Truppe mit einem schier endlosen Angebot an kulturellen Sehenswürdigkeiten, schönsten Aussichtspunkten, großen Boulevards und schrillsten Bistros.


Kurze Zeit später erklommen sie schließlich die Teppen der Basilika "Sacré Coeur" auf dem "Montmartre" und wurden auch dort mit einer einzigartigen Sicht auf Paris belohnt. In der Ferne erblickten sie die Kathedrale "Notre-Dame" und das "Centre Pompidou". Bei einem spannenden Rundgang erkundeten sie das wunderschöne Künstlerviertel weiter. Dabei kamen sie an zahlreichen Künstlern vorbei, die auf dem "Place du Tertre" ihre Arbeiten ausstellten sowie Portraits, Karikaturen und Scherenschnitte anfertigten. Auch das "Moulin Rouge", die berühmte rote ehemalige Windmühle, die zum Inbegriff für Show und schöne Mädchen geworden ist, entdeckten die Schüler. Spätestens am Ende des ersten Tages zog der Charme des nächtlichen Paris jeden der Gruppe in seinen Bann.
"Was ein Tag! Unglaublich, was wir allein in den letzten zwölf Stunden alles erlebt haben. Der heutige Höhepunkt war der atemraubende Anblick der von tausend Lichtern bedeckten Hauptstadt. Eins ist schon jetzt sicher, Paris werden wir nicht so schnell vergessen", bilanzierte die Schülergruppe bereits am ersten Abend. Übermüdet und erschöpft vom Laufen fielen sie glücklich ins Bett.



Das nächtliche Paris und der beleuchtete Eiffelturm beeindruckten die Schüler der Heinrich-Böll-Schule besonders.


An den darauffolgenden Tagen wurde das Programm nicht weniger interessant, so gab es u.a. einen Besuch der berühmtesten Kirche "Notre-Dame de Paris". Schnell erfuhren die wissbegierigen Schüler, dass diese Kathedrale eine der bedeutendsten in gesamt Europa ist. Hier krönte sich Napoléon Bonaparte 1804 nicht nur zum Kaiser, auch Victor Hugos weltberühmter Roman "Der Glöckner von Notre-Dame", der oftmals verfilmt oder als Musical aufgeführt wurde, spielte hier. Eine Rundumsicht folgte auf dem 210 Meter hohen Bürogebäude "Tour Montparnasse". Vom "Arc de Triomphe" bewunderten sie die sternenförmig angeordneten Straßen, die in alle Himmelsrichtungen abgehen. Auch hier gab es geschichtliches Wissen zu entdecken, denn sie lernten, dass der Triumphbogen auf der historischen Achse von Paris liegt, die sich von der "Grande Arche de la Défense" im Pariser Geschäftsviertel, weiter über die Prachtstraße der "Champs-Elysées" und den "Place de la Concorde" bis hin zum weltbekannten früheren Königspalast und heutigem Museum "Louvre" erstreckt. Lauter berühmte Persönlichkeiten, wie die weltbekannte Physikerin Marie Curie sowie der angesehene Philosoph Voltaire fanden sie bei der Besichtigung der Grabstätte "Panthéon". Eines der schönsten Museen von Paris, das "Musée d'Orsay, beeindruckte die Schüler allein schon durch das über 100 Jahre alte Gebäude, das ursprünglich der Bahnhof "Gare d'Orsay" war. Im Inneren trafen sie u.a. auf weltberühmte Kunstwerke der Impressionisten Pierre-Auguste Renoir, Claude Monet und Vincent van Gogh.
"Natürlich sollen unsere Schüler in erster Linie ihre erworbenen Kenntnisse der französischen Sprache in lebensechten Situationen erproben und anwenden. Doch sie sollen auch diese besondere Atmosphäre spüren und erleben. Die Erfahrung zeigt, dieses Erlebnis motiviert sie so ungemein, dass sie auch später die Sprache immer wieder sprechen möchten. Die Fahrt unterstützt das anhaltende und fortwährende Lernen außerhalb der Schulzeit", erklärte Sven Spottka, der als Französischlehrer seit mehr als zehn Jahren maßgeblich für die Organisation dieser Studienfahrt verantwortlich ist. Seine Kollegin Silvia Hantke begleitete ihn in diesem Jahr.
Auch alltägliche Situationen verzauberten die jungen Odenwälder, so erlebten sie die Pariser Metro während der Rushhour überfüllt bis in den letzten Winkel, zu anderen Zeiten menschenleer. Manchmal traten Künstler und Sänger auf, denen sie anschließend einen "Sous" spendeten. Außergewöhnliche Düfte gab es immer dann, wenn exotische Händler allerlei Feines anboten.
Ein weiteres Highlight war der Premieren-Besuch des französischen Musicals "La Légende du Roi Arthur", das von den Sagengestalten Arthur, Lancelot und Guinevere erzählt. Bei einem Drei-Gänge-Menü im "Quartier Latiner" erlebten die Schüler dann auch noch eine kulinarische Reise durch Frankreich, indem sie landestypischen Spezialitäten, wie beispielsweise "escargots" (Schnecken), "cuisses de grenoullies" (Froschschenkel) und "Crème brûlée" probierten.
Die Fachschaft Französisch der HBS ist sich einig: "In Paris ist nicht nur historisch und kulturell Bedeutsames zu entdecken, an kaum einem anderen Ort kann man das französische Lebensgefühl, das ‚Vive la France' so spüren wie hier. Genau dies macht solch eine Fahrt zu einem unvergesslichen Erlebnis. Auch zukünftig setzen wir uns dafür ein, dass eine Studienfahrt nach Paris stattfindet, damit unsere Schüler ihre erlernten Kenntnisse in Sprache, Geschichte und Kunst direkt anwenden können."