Zwei Klassenlehrer für jeden Schüler

In herzlicher Atmosphäre schulte die Heinrich-Böll-Schule ihre neuen Fünfer ein.

Mit fröhlichen Gesichtern und neugierig auf das, was noch kommt, haben rund 110 Mädchen und Jungen am Dienstagmorgen (08.09.) ihren ersten Tag an der Fürther Heinrich-Böll-Schule erlebt. Seit Wochen waren sie aufgeregt und fragten sich, wer wohl ihr Klassenlehrer und ihre Mitschüler sind.
Die Stufenleiterin Birte Karge begrüßte die neuen Fünftklässler und überbrachte sogleich eine Überraschung, mit der keiner gerechnet hätte: "In diesem Jahr gibt es etwas Besonderes, denn heute wird jeder von euch gleich von zwei Lehrern empfangen. Für jede Klasse gibt es neben dem Klassenlehrer einen sogenannten Co-Klassenlehrer." Um die Spannung ein wenig erträglicher zu machen, stellte sie die zukünftigen Klassenlehrer sowie Co-Klassenlehrer im Nu vor: Angelika Viniol und Christoph Reichwein (5/1), Martin Kneis und Alexandra Birkle (5/2), Astrid Schulze Icking und Götz Lambert (5/3), Johanna Spilger und Daniela Hirsch (5/4) sowie Sabrina Vieweg und Thorsten Hunsicker (5/5). Ihr Gruß galt auch dem kommissarischen Schulleiter Andreas Stüber sowie Iren Raabe, der stellvertretenden Vorsitzenden des Schulelternbeirats und Hans-Georg Respondek, dem ersten Vorsitzenden des Interessenkreises zu Förderung der HBS.



Zur Begrüßung überraschte die Klassenlehrerin Astrid Schulze Icking ihre neuen Fünftklässlern mit einer riesigen Schultüte.


"Ab diesem Schuljahr lernen die Kinder in Schulklassen, die von dem Klassenlehrer und einem Co-Klassenlehrer betreut werden. Das Team führt die Klasse in der Regel über mindestens zwei Schuljahre. Dabei liegt viel Unterricht in der Hand der Klassenlehrkraft, aber auch der Co-Lehrer wird möglichst in einem Hauptfach unterrichten. Die gemeinsame Klassenführung bedingt eine intensive Zusammenarbeit der Kollegen, was Absprachen, Koordination der Unterrichts- und Erziehungsarbeit, gemeinsame Klassenfahrten, Wandertage betreffen. Die Schüler haben somit eine weitere vertraute Beziehungsperson und die Eltern gleich zwei Ansprechpartner", erklärte Birte Karge die Vorteile dieser Neuheit. Das Ankommen in der großen fremden Schule werde für die Fünftklässler noch mal einfacher. Der Schüler müsse sich auf nur wenige neue Lehrer einstellen, sodass mögliche Ängste und Befürchtungen schnell verschwinden.
Für lachende Gesichter und große Heiterkeit auf der Zuschauertribüne sorgte die Klasse 6/1 von Klassenlehrerin Stephanie Steiner. Mit 24 Handpuppen hinter einem schwarzen Tuch führten sie das u.a. aus der Sesamstraße bekannte Musikstück "Mahna Mahna" vor.
Der kommissarische Schuleiter Andreas Stüber dankte den Eltern für ihr Vertrauen in die Schulgemeinde der HBS: "Ich versichere Ihnen, Ihre Sprösslinge sind gut bei uns aufgehoben. Auch wenn sich die Lebenswelt der Kinder heute mehr und mehr in die Schule verlagert, schwinden dadurch die elterlichen Pflichten nicht. Gute Bildung und Erziehung gelingen nur dann, wenn beide Seiten gemeinsam Verantwortung übernehmen." Damit die Schulzeit zufrieden und erfolgreich ende, sei ein partnerschaftliches Zusammenwirken eine wesentliche Voraussetzung, so Stüber. Den Kindern versprach er, dass sie sich schnell an die große Schule gewöhnen und jede Menge neue Freunde kennenlernen würden. "Ich wünsche euch einen tollen ersten Schultag hier an der HBS", so seine Schlussworte.



Singende Handpuppen sorgten für lachende Gesichter auf der Zuschauertribüne.


Damit die neunen Fünfer gleich einen guten Start haben, ist es wichtig, dass die Klasse zusammenwächst. Die HBS unterstützt dies durch ihre sogenannten "HBS-Klassentage", die seit Jahren fester Bestand der Schule sind. Besonders in ihren ersten Wochen, aber auch immer wieder während der kommenden Schuljahre erhalten die Schüler Zeit und Raum, um das eigene Vertrauen und das Gruppengefühl in der Klasse aufzubauen, zu stärken und zu trainieren. Damit auch das Lernen von Beginn an Spaß macht, nehmen die Kinder zudem am Projekt "Lernen lernen" teil. Unter der Leitung des Fürther Lerncoachs Thomas Franz finden sie u.a. heraus, welcher Lerntyp sie sind und wie sie sich am besten konzentrieren können. Mit gedichteten Versen begrüßten die nun endlich "Großen" der Klasse 6/5 von Jana Glaser die neuen "Kleinen". Aus Erfahrung berichteten sie, dass Herzklopfen und Aufregung dazu gehören, wenn etwas Neues beginnt.



Die Klassenlehrer nahmen ihre HBS-Frischlinge herzlich in Empfang.


Einen Einblick in das umfangreiche Angebot der neuen Schule gab Iren Raabe, Vorsitzende des Schulelternbeirats. Sie erinnerte an viele zahlreiche Schulprojekte und -einrichtungen, wie zum Beispiel den Mausefallenwettbewerb in der Naturwissenschaft, die Förderung in der Fußballs-AG, Schulband oder Bläsergruppe - nicht zu vergessen die schuleigene Mediothek mit ihren zahlreichen Büchern, Filmen und Spielen. Auch erwähnte sie die Arbeit des Schulelternbeirats, der u.a. Schulfeste organisiert, um mit den Einnahmen neue Anschaffungen zu unterstützen. "Vor mehr als drei Jahren haben mein Mann und ich die HBS als Schule für unsere Tochter gewählt. Dies war eine Entscheidung, die wir genauso wieder treffen würden, denn das System der integrierten Gesamtschule sowie die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Lehrkräften überzeugen uns bis heute", so ihre abschließenden Worte.
Zum Abschluss der Feierlichkeiten spielte das Schulorchester unter der Leitung von Sabrina Vieweg das Stück "Accidentally in love" bekannt aus dem Soundtrack des Kinofilms "Sherk 2". Dann endlich kam der große Augenblick: Stufenleiterin Birte Karge nannte die Lehrer und rief die dazugehörigen Schüler nacheinander auf. Nachdem ein erstes Bild der neuen Klasse gemacht wurde, folgten die HBS-Frischlinge ihrem Klassen- sowie Co-Klassenlehrer. Bereits zur festen Tradition verankert, servierten die Eltern der sechsten Klassen den Familien der Fünftklässler Kaffee und Kuchen im Foyer, während sich Lehrer und Schüler erstmals in ihrem Klassensaal gegenseitig beschnupperten.