Mausefallen rollen um die Wette

Beim Physikwettbewerb der Heinrich-Böll-Schule durfte allein eine Mausefalle als Motor für ein selbst konstruiertes Fahrzeug dienen.

CDs als Reifen, silberfarbene Lackierung oder selbst geschnitzte Räder - an Kreativität mangelte es den Schülern der Heinrich-Böll-Schule nicht, als es darum ging, aus einer Mausefalle ein fahrendes Auto zu bauen.
Seit Februar hatten sich 20 Gruppen, bestehend aus Jungen und Mädchen der Klassen fünf bis neun, dem schulinternen Physikwettbewerbs der HBS gestellt. Jede Gruppe erhielt eine Mausefalle - Herzstück und Motor für ein Gefährt der besonderen Art. Voller Elan stellten sich die Schüler der Aufgabe, ein Fahrzeug zu konstruieren, das allein von einer Mausefalle angetrieben, möglichst weit fährt.
"Die Schüler wenden hier die Grundlangen der Mechanik spielerisch an", erklärte die Physiklehrerin Sabine Stein, die diesen Wettbewerb erstmalig für die HBS ins Leben rief. Zuvor hatten die Schüler ihres Wahlpflichtunterrichts, verschiedene Bedingungen erprobt, klare Regeln aufgestellt, die Umsetzung geplant und allerhand Teilnehmer geworben.



Aus einfachen und haushaltsüblichen Materialien wie Holz, Styropor oder CDs entstanden die unterschiedlichsten Flitzer.


Vergangene Woche war es dann endlich soweit. Große wie kleine Tüftler beeindruckten beim Wettkampftag durch Ideenreichtum, Kreativität, handwerkliches Geschick, aber auch angewandtes physikalisches Wissen. Aus einfachen und haushaltsüblichen Materialien wie Holz, Styropor oder CDs entstanden die unterschiedlichsten Fuhrwerke. Auch die Hilfe von Eltern oder Großeltern war ausdrücklich erlaubt. "Für die Naturwissenschaft gibt es nichts Besseres, wenn in den Familien über Physik diskutiert wird", hob Janine Egly, Fachleiterin der Physik, hervor.
Bei der Darbietung auf der Bahn der Sporthalle ließen die Nachwuchskonstrukteure ihre Werke um die Wette fahren. Dabei wurden die vielfältigsten Techniken ausprobiert. Vorsichtig spannten sie die Feder und brachten ihren Rennschlitten an der Starlinie in Position. Auf die Plätze, fertig, los - die Mausefalle schnappte zu und wenn nichts schief lief, rollte das Fahrzeug über die Piste. Zweimal durfte jedes Auto die Startlinie überqueren, der bessere Versuch ging in die Wertung. Neben der Weite als Hauptkriterium wurden auch die Originalität und Kreativität beurteilt.



Das Fahrzeug von Paula Jäger (7/5) und Ann-Kathrin Krämer (7/5) gewann, dahinter folgte auf Platz zwei Ann-Marie Teichert (7/5), Cedric Schmitt (9/2) wurde dritter.


Physik und Mädchen, das passt nicht - wer das behauptet, wurde an diesem Tag eines Besseren belehrt, denn die beiden ersten Plätze gingen beides Mal an Mädchen. Das Fahrzeug von Paula Jäger (7/5) und Ann-Kathrin Krämer (7/5) kam bei 12,55 Meter zum Stehen, während das Auto von Ann-Marie Teichert (7/5) 11 Meter erreichte. Beide Modelle hatten als Räder vier CDs. "Herr Gramlich, unser Physiklehrer, hat uns ein wenig unterstützt, aber das meiste haben wir ganz alleine entwickelt. Solche praktischen Dinge machen richtig viel Spaß", erklärten die Mädchen einstimmig. Auf Platz drei folgte Cedric Schmitt (9/2) mit einer Weite von 10,70 Meter. Er hatte seine Hinterräder mit einem Gummi überzogen, damit sie beim Start etwas griffiger wurden. Paula und Ann-Kathrin räumten gleich doppelt ab, denn ihr Flitzer gewann zudem den Schönheitswettbewerb.
"Ziel des Wettbewerbs ist es, die Motivation für das Fach Physik zu steigern. Es freut mich ganz besonders, dass wir in diesem Jahr schon einige Mädchen erreichen konnten", bilanzierte Sabine Stein. Die Schüler würden nicht nur physikalische Zusammenhänge lernen, sondern würden auch mit Enttäuschungen sowie Rückschlägen fertig werden, auch sei Teamgeist gefragt.
Freude machte es am Ende allen. "Es ist anders als nur Unterricht. Auch wenn viel Arbeit dahinter steckte, mir hat es echt Spaß gemacht", sagte Peter.