Das eigene Leben durchdenken

Ganz im Zeichen der Schüler und ihrer vergangenen Schuljahre stand der Besinnungstag der Heinrich-Böll-Schule.

Sechs Jahre waren die Schulabgänger des Schuljahres 2014/2015 Teil der Heinrich-Böll-Schule (HBS), von der sie sich vor wenigen Tagen verabschiedeten. Am Ende ihrer Schulzeit wurde den Abgängern der zehnten Klassen noch mal ein ganz besonderer Tag ermöglicht. Die Klassenlehrer und Fachschaften Religion sowie Ethik organisierten für die sieben Abschlussklassen einen sogenannten Besinnungstag. Es war ein Vormittag, der ganz im Zeichen der Schüler und ihrer vergangenen Schuljahre stand. Dabei ging es primär nicht darum, Wissen zu vermitteln, sondern Erfahrungen und Austausch zu ermöglichen. Abseits von Schule, Noten und Unterricht ließen die Zehntklässler die Seele baumeln, um innezuhalten, das schon Geleistete zu entdecken und das Kommende in den Blick zu nehmen. Ohne Leistungsdruck und Aufgabenstress, nahm sich jede Klasse Zeit, ausschließlich bei sich selbst zu sein. Die ersten Schultage, die einprägenden Erlebnisse, aber auch die Höhen und Tiefen der Schulzeit standen zu Beginn auf dem Programm. Auf einem kleinen Zettel schrieb jeder Schüler auf, was ihm dazu in den Kopf kam und legte diesen sichtbar in ihre Mitte. Der Blick auf all diese Aufzeichnungen, ließ die Gruppe schon bald in vergangene Zeiten schwelgen. Vor allem die Skifreizeit und die verschiedenen Klassenfahrten waren es, welche die stärksten Erinnerungen hinterließen.



Abseits von Schule, Noten und Unterricht ließen die Zehntklässler der Heinrich-Böll-Schule die Seele baumeln, um innezuhalten und das schon Geleistete sowie das Kommende in den Blick zu nehmen.


"Besinnungstage haben das Ziel, Anregungen zu geben, das eigene Leben zu durchdenken und bewusster zu gestalten. Diese Auszeit ist ein wichtiger Moment des Atemholens für den Körper und die Seele. Sie erlaubt es, neue Ziele zu erkennen, Mut zu schöpfen und diese Ziele dann auch kraftvoll anzustreben", erklärte die Schulpfarrerin Barbara Holzapfel-Hesselmann, die diese Idee ins Leben rief. Eigene sowie Talente und Wertschätzung des anderen waren anschließend an der Reihe. So klebte zum Beispiel jeder Schüler einen Zettel mit Begabungen und besonderen Fähigkeiten des Mitschülers auf dessen Rücken. Beim anschließenden Erblicken des Ergebnisses war so mancher erfreut und überrascht zugleich, welch besondere Talente in ihm schlummern. Zum Schluss konzentrierten sich die Jugendlichen noch mal ganz und gar auf ihre eigene Person und ihren zukünftigen Weg. Jeder schrieb sich einen Brief, der sie erst in einem Jahr erreichen wird. Gemeinsam gestaltete jede Klasse noch ein Plakat, welches Familie, Freunde und Lehrer am Tag der Verabschiedung betrachten konnten. "Jeder hat Erinnerungen an die eigene Schulzeit. Egal, ob sie gut oder schlecht, lustig oder traurig sind - die Schulzeit prägt ein Leben lang. Als Schule ist es uns deshalb ein besonderes Anliegen, dass sich Schüler öffnen, um ihre tatsächlichen Gedanken und Gefühle mitzuteilen. Nur so erfahren wir, was in ihnen vorgeht und wie wir sie unterstützen können. Solche Besinnungstage geben uns Lehrer ebenfalls wertvolle Hinweise zu unserer alltäglichen Arbeit, denn so erfahren wir, was bereits gut läuft, aber woran auch noch gearbeitet werden darf", so der kommissarische Schulleiter Andreas Stüber, der in Zukunft nicht nur den zehnten Klassen ausreichend Raum und Zeit zur Besinnung geben möchte.