Die Heinrich-Böll-Schule für Aron

Die Fürther Schulgemeinde hat sich für den krebskranken Jungen ins Zeug gelegt: Insgesamt werden über 1.600 Euro durch Spenden an die Deutsche Knochenmarksspenderdatei übergeben.

"Frau Holzapfel-Hesselmann, wir wollen Aron helfen und dazu brauchen wir Ihre Unterstützung", so die Worte der Klasse 10/2 von Martin Kneis als diese die Schulpfarrerin der Heinrich-Böll-Schule) vor wenigen Tagen um Hilfe bat. Auslöser für das Mitgefühl der Zehntklässler ist das Schicksal des achtjährigen Aron aus Wald-Michelbach, dessen Bruder und Cousine Schüler der HBS sind.
Der Junge leidet an Blutkrebs, was erst vor wenigen Monaten festgestellt wurde. Für ihn besteht die einzige Heilungschance in der Übertragung gesunder Stammzellen, weshalb dringend ein passender Spender gefunden werden muss. Die HBS-Schüler wissen, dass sie hierfür noch nicht in Frage kommen, da sie mindestens 17 Jahre alt sein müssen. Trotzdem wollen sie nicht nur einfach tatenlos zusehen, sondern selbst aktiv werden. Denn sie wissen auch, dass die Registrierung eines einzigen Spenders Geld kostet - 50 Euro je Probe. Nicht alle Menschen haben die finanziellen Möglichkeiten, diese Kosten zu übernehmen. Um die Datei weiter auszubauen, zählt daher jeder Euro.



Die hohe Spendenbereitschaft der Fürther Heinrich-Böll-Schule brachte den Initiatoren große Freude. Die gesammelten Spenden sind für den achtjährigen Aron, dessen Bruder und Cousine Schüler der HBS sind.


Die angekündigte Hitzewelle brachte den Jugendlichen die zündende Idee für ihre geplante Hilfsaktion. "Bei 30 Grad im Schatten kann kein Schüler und Lehrer widerstehen, wenn ihm kühles und zugleich leckeres Eis unter die Nase gehalten wird. Das Langnese-Werk in Heppenheim baten wir deshalb um Hilfe", erklärte Jelena, die sich als Cousine von Aron besonders um ihn sorgt. Nachdem die Schüler ihr dringendes Anliegen erzählt hatten, verließen sie nur wenig später glücklich und zufrieden das Werksgelände. Die Eiscremefabrik hatte ihnen gegen einen geringen Betrag eine große Truhe, befüllt mit verschiedensten Eissorten, überlassen. "Jetzt wäre es noch toll, wenn wir wenigstens 500 Euro schaffen würden", so die inständige Hoffnung der Zehntklässler.
Bereits am nächsten Tag lief in der Fürther Schulstraße die Werbetrommel auf Hochtouren. Eine Durchsage der Schulpfarrerin Barbara Holzapfel-Hesselmann klärte die Schüler über das tragische Schicksal des Achtjährigen auf. Auch dass Arons Cousine und Bruder Schüler der HBS sind, bewegte die Schulgemeinde sehr.
"Gerade wenn ein Schüler oder Lehrer aus unseren Reihen schwer erkrankt, wird uns noch mal mehr vor Augen geführt, wie wichtig diese Arbeit ist. Es ist uns ein Anliegen, die DKMS zu unterstützen", so die Religionslehrerin Barbara Holzapfel-Hesselmann, die sich zusammen mit ihren Kollegen auch in Zukunft für die Wiederholung solch einer Hilfe stark machen will.



Den Kindern der Klasse 6/5 lag es besonders am Herzen, Aron zu helfen. Der große Bruder Maximilian ist nämlich ihr Klassenkamerad.


Das Fazit der ersten Pause der Aktion "Ein Eis gegen eine Spende" auf dem Schulhof der HBS fiel mehr als positiv aus. Bereits nach etwas weniger als zehn Minuten hatten schon über 200 Schüler gespendet, um den achtjährigen Aron vielleicht das Leben zu retten. Auch in den Pausen und Tagen danach ließ die anhaltende Großzügigkeit unter den Schülern und Lehrern die Kasse weiter füllen. Die Klasse 6/5 von Brigitte Harder, zu welcher der große Bruder Maximilian gehört, ging ebenfalls eifrig auf Spendenfang. Ausgerüstet mit Handzetteln zogen die Elf- bis Zwölfjährigen los, um die Menschen zu informieren und Spenden zu sammeln. Ohne zu zögern, nahmen sie zudem 250 Euro aus ihre Klassenkasse.
Als die Organisatoren am Ende der Unterrichtswoche Kassensturz machten, gab es Freudentränen, denn sie hatten ihr gestecktes Ziel bei Weitem übertroffen. Die hohe Spendenbereitschaft brachte über 1.600 Euro für die Deutsche Knochenmarksspenderdatei und damit auch für Aron ein. Damit nicht genug - denn im Sekretariat der Schule kamen auch in den folgenden Tagen immer wieder Schüler vorbei, die Geldspenden brachten, die für den Jungen bestimmt waren.
Der kommissarische Schulleiter der integrierten Gesamtschule findet es beeindruckend, dass sich seine Schüler in vorbildlicher Eigeninitiative für diese Aktion zusammengeschlossen haben. "Ich wünsche mir, dass sich viele mit dem Thema auseinandersetzen und zu Hause ihren Eltern davon berichten, damit sich diese als potenzielle Spender am 19. Juli registrieren lassen", sagte er. Viele der Lehrkräfte und auch er zählen schon seit einigen Jahren zur Spenderdatei. Wer noch nicht registriert ist, kann dies am Sonntag, 19. Juli, in der Rudi-Wünzer-Halle in Wald-Michelbach in der Zeit von 11 bis 16 Uhr tun.
"Ich habe in zwei Tagen Geburtstag und es wäre so schön, wenn ich mit meinem kleinen Bruder feiern könnte. Nur das wünsche ich mir, dass Aron gesund wird und wir beide wieder Trampolin springen können", erzählt Maximilian, der seinen Bruder schrecklich vermisst. Jeder, der mitmacht, erhöht die Chance, dass dieser Wunsch Wirklichkeit wird.
Für Aron ist extra ein DKMS-Spendenkonto bei der Sparkasse Starkenburg eingerichtet worden: IBAN: DE58 5095 1469 0008 0553 63, BIC: HELADEF1HEP, Stichwort: Aron.