Schulbiotop - Eine Bereicherung für alle

Das einstige Schlammloch ist und bleibt Geschichte.

Was gibt es Schöneres, als der Anblick eines naturnah gestalteten Teiches, an dem die Frösche quaken und farbige Libellen ihre Runden drehen? Doch das ist bei Weitem nicht alles, was ein solches Biotop zu bieten hat. Beim genauen Hinschauen entdeckt man Molche, Kröten, Unken, unzählige Arten von Wasserinsekten und natürlich eine Vielzahl an verschiedenen Wasserpflanzen. Mit etwas Glück kann man sogar Wasservögel, welche hier rasten und sich für den Weiterflug stärken, beobachten. Aber auch Eidechsen, Singvögel und Schmetterlinge finden rund um den Teich ein neues zu Hause.
Dank der Klasse 9/2 besitzt die Fürther Heinrich-Böll-Schule genau solch ein herrliches und artenreiches Biotop. In mühevoller und harter Arbeit sanierten sie zusammen mit ihrem Klassenlehrer Sebastian Rhein vor einem Jahr den schuleigenen Teich, der damals eher einem stinkenden Schlammloch glich.
Nach der umfangreichen Neugestaltung folgten im Frühling nun erste Pflegemaßnahmen, um das Schulbiotop für die warme Saison vorzubereiten. Neben einem erfolgreichen Projekttag nutzte die arbeitswillige Gruppe auch Pausen und Freistunden, um ihr erschaffenes Werk in Schuss zu halten. In regelmäßigen Abständen schnitten sie die Ufervegetationen zurecht, entfernten abgestorbene Pflanzenteile oder Algen und überprüften die Wasserqualität.



Großzügige Spenden, tatkräftige Unterstützung und unermüdlicher Einsatz lassen den Schulteich der HBS zu einem wahrhaftigen Schmuckstück werden.


"Das Teichprojekt der HBS zeigt, dass Schule mehr sein kann als bloßes Stillsitzen und Lernen. Für ihre weitere Lebensgestaltung und Berufsorientierung erwerben hier die Jungen und Mädchen wichtige Voraussetzungen, wie zum Beispiel Belastungen ertragen, Ausdauer haben, eigene Fähigkeiten praktisch entdecken sowie Spaß und Zufriedenheit empfinden. Die anhaltende Motivation und der unentwegte Einsatz dieser Klasse sind wirklich beispiellos", lobt Sebastian Rhein sein unermüdliches Team. Auch die Fachschaft Biologie freut sich über so viel Eigeninitiative.
Wie bereits im Vorjahr unterstützte der Fürther Gartencenter Müller die Jugendlichen, indem dieser mit Sachspenden und professioneller sowie umfangreicher Beratung mehrfach aushalf. Die Freude über das großzügige Entgegenkommen ist bei den Schülern und Lehrern gleichermaßen groß. Doch auch der Bauhof der Gemeinde Fürth sowie die Hausmeister Fritz Ueberall und Michael Böhler waren sofort zur Stelle, als frisches Teichwasser während der trockenen Zeit benötigt wurde. Viele Pflanzen und damit auch Tiere wurden so gerettet.
Die beiden Stufenleiter Eveline Vieweg und Willi Gramlich sind sich einig, denn dieser Ort bringe sogleich eine doppelte Bereicherung. Einerseits sei er ein wertvoller Lebensraum für Amphibien. Andererseits biete das Schulbiotop mit seinen Fröschen, Kröten und Molchen den Schülern von der 5. bis zur 10. Klasse interessante Beobachtungsobjekte für einen fächerübergreifenden und praxisorientierten Unterricht. Für die Schüler bestehe so eine nachhaltige Auseinandersetzung mit der Natur.
"Das einstige Schlammloch ist Geschichte und wird es dank der tatkräftigen Unterstützung von zahlreichen Seiten und des unermüdlichen Einsatzes der Klasse 9/2 auch weiterhin bleiben - wofür wir sehr dankbar sind", so die anerkennenden Worte des kommissarischen Schulleiters Andreas Stüber.