Gelungene Premiere des Kunst- und Musikabends "Farbklänge"

Mit Herz und Seele: Das Zusammenwirken der beiden Fachschaften Musik und Kunst fand im vollbesetzten Foyer der Heinrich-Böll-Schule großen Anklang.

Anstatt wie sonst separate Kunst- und Musikabende zu veranstalten, wagten die beiden verantwortlichen Fachschaften der Heinrich-Böll-Schule (HBS) eine bis dahin in ihrem Hause einmalige Idee. Unter dem Motto "Farbklänge" präsentierte die Schule ein faszinierendes und animierendes Zusammenspiel von Musik und Farbe, bei dem das facettenreiche Schaffen beider Felder gezeigt wurde. Das Publikum wurde bei der gelungenen Premiere in eine bunte Welt voller Klänge und Bewegungen entführt und durfte dabei für einige Stunden dem Alltag entfliehen.
Ein Feuerwerk an Farben und Formen empfing die zahlreichen Besucher im Foyer der HBS. Die Wände waren mit unzähligen unterschiedlichen Gemälden geschmückt, welche die ungeahnte Kreativität der Schüler dokumentierten. Eingerahmt von dem Orchester der Bläser sowie 14 Keyboards befand sich außerdem in der Mitte eine große Bühne.
Bei einem beeindruckenden und vielfältigen Programm wurde dem Publikum schnell klar, dass an dieser Schule die Fächer Kunst und Musik alles andere als "Mauerblümchen" sind. Selbst die jüngsten Schüler, die erst seit Oktober letzten Jahres an ihren Instrumenten lernen, zeigten ihre musikalischen Fähigkeiten, indem sie vier kleine Stücke spielten.



Passend zur Ludwig van Beethovens 5. Sinfonie schafften fünf Schülerinnen ein eindrucksvolles Kunstwerk, das anschließend in einer spontanen Auktion versteigert wurde. Im Namen der beiden Fachschaften bedankten sich die Musiklehrerin Johanna Spilger (links) und die Kunstlehrerin Stephanie Steiner (rechts) bei Herrn Axt, der dieses Unikat erwarb.


"Für die Schüler ist solch ein besonderer Rahmen wie heute Abend Motivation pur. Endlich können sie ihr musisches und künstlerisches Können präsentieren und erhalten die verdiente Anerkennung. Natürlich sind Aufregung und Lampenfieber groß, aber eben genau solche Dinge gehören dazu und bringen die Kinder in ihrer Entwicklung weiter", betont die Musiklehrerin Johanna Spilger.
Die Klassen 6/3 und 6/5 mit ihren Lehrerinnen Anuschka Göttmann-Eich sowie Brigitte Harder zeigten auf sehr anschaulicher Weise die Entstehung des Farbkreises. In einem kleinen Schauspiel stellten die Schüler im jeweils passenden T-Shirt die verschiedenen Farben da. Dabei zeigten sie in witzigen Dialogen, dass beispielsweise Grün entsteht, wenn sich Gelb und Blau gegenseitig sticheln. Während des Stücks stritten plötzlich alle Farben sehr heftig miteinander, bis sie dann in einem Schwarz endeten. Am Schluss siegte jedoch die Harmonie unter den Farben, die auf der Bühne als menschlicher Farbkreis dargestellt wurde.



Die Klasse 7/2 präsentierte das Musikstück "Habanera" aus der weltberühmten Oper "Carmen" mithilfe von singenden und trällernden Socken, die Gesichter und neonfarbige Haare hatten.


Mit den Worten "Die Liebe ist ein wilder Vogel" kündigte Götz Lambert, der als HBS-Lehrer die Moderation des Abends übernahm, den Programmpunkt der Klasse 7/2 und ihrer Musiklehrerin Steffi Ulffers an, denn so lautet die deutsche Übersetzung der Arie "Habanera" aus der weltberühmten Oper "Carmen". Mithilfe von singenden und trällernden Socken, die Gesichter und neonfarbige Haare hatten, wurde dem Publikum ein Musikstück dargeboten, das zu den beliebtesten und meistaufgeführten Werken des Opernrepertoires gehört.
Neugier wurden die Köpfe gereckt, als Glasflaschen gefüllt mit bunten Flüssigkeiten vor die Bühne rollten. Die bekannte Melodie "Das klinget so herrlich" aus Mozarts Zauberflöte haben die Schüler der Klasse 6/3 und ihre Musiklehrerin Kerstin Bauer zu einem wirkungsvollen Stück geformt, indem sie mit Holzstöcken die Flaschen als Glockenspiel zum Klingen brachten und dabei zusätzlich von Xylophon- und Keyboardspielern begleitete wurden.
Wer den dritten Teil von "Die Tribute von Panem" gesehen hat, wird den Kinosaal mit einem ganz bestimmten Song im Ohr verlassen haben. Die überaus eingängige und mystische Melodie von "The Hanging Tree" wurde auch an diesem Abend zum Ohrwurm, als Matthias Oestreich (8/5) mit feiner Stimme zu singen begann und dabei von Mark Pfeifer (8/5) mit leichten Klängen am Klavier begleitet wurde.



Mit Holzstöckchen brachten die Schüler bunte Flaschen zum Klingen.


Eines der populärsten Werke der klassischen Musik, Ludwig van Beethovens 5. Sinfonie, wurde von fünf Zehntklässlerinnen (10/5 und 10/7) auf beeindruckender Weise beim Zusammenspiel von Musik und Farbe präsentiert. Passend zur Melodie wurde mit Pinseln, Farbflaschen, den eigenen Händen und Schwämmen ein eindrucksvolles Kunstwerk auf einer großen Leinwand geschaffen. Höhepunkt war die spontan entstandene Idee des Moderators Götz Lambert, der als Auktionator das entstandene Unikat gar fachmännisch in einer Versteigerung anpries. Nach anfänglichem Zögern entfachte ein spannender Wettstreit zwischen den Bietern. Bei sage und schreibe 110 Euro fiel schließlich der Hammer. Die Eltern des Schülers Leonid Axt (5/2) sind die neuen Besitzer, die sich sogleich mit der Stiftung des Kunstwerkes an der Schule verewigten.
Zurecht anhaltenden Beifall erntete Julius Hintenlang (10/7), der als junger Pianist schon jetzt für Furore sorgt. Vor allem beim Song "Piano Man" des Sängers Billy Joel gab es Staunen und Gänsehaut pur, denn egal ob mit Gesang, Klavierklängen und Mundharmonikatönen zeigte er, welch außerordentliche Begabung in ihm steckt.
Weitere zahlreiche Programmpunkte schmückten die Reise in die Farben- und Musikwelt: HBS-Orchester, Bläsergruppe der fünften Klassen, szenisches Spiel zum Thema "Ausgrenzung", die Schulband mit modernen Hits, Rhythmusstück der Klasse 5/3, "Für Elise" als Keyboardarrangement, interessanter Vortrag zu Malern des Impressionismus und Expressionismus. Die Mühen und der Einfallsreichtum waren enorm.
"Musik- und Kunstunterricht an der HBS bedeuten Entfaltung der Kreativität, Förderung sowie Entdeckung von Talent. Die gelungene Premiere der Farbklänge zeigt, wie viele brillante Talente aus Kunst und Musik unsere Schule hat und sowohl Schüler als auch Lehrer hier mit Herz und Seele dabei sind. Nach diesem einmaligen Abend plädiere ich für eine Fortsetzung", so der kommissarische Schulleiter Andreas Stüber, der sich es nicht nehmen ließ, allen Beteiligten zu danken. Er hatte für die Schüler eine süße Überraschung parat; für die Pädagogen gab's einen Blumengruß. Die Gäste dankten mit stürmischem Beifall und großzügigen Spenden, die für Anschaffungen in den Fachschaften Kunst und Musik verwendet werden.