Ein kleines Glas bewirkt Großartiges in weiter Ferne

Die anhaltende Hilfsbereitschaft der Schüler und Lehrer der Heinrich-Böll-Schule ermöglicht dem Patenkind aus Vietnam ein besseres Leben.

Immer mit einem Marmeladenglas in der Hand betritt die Pfarrerin Barbara Holzapfel-Hesselmann seit Februar die Klassensäle der HBS, nur wenigen Wochen später sind bereits sechs solcher Gläser prall gefüllt mit vielen Münzen. In jeder Schulstunde fanden sich viele freiwillige Schüler, die zehn Cent oder auch mehr in die Spendendose warfen.
Bestimmt sind die gesammelten Spenden für den 11-jährigen Duc Danh Mang aus Vietnam. Als Kind in einem Entwicklungsland geboren zu werden, bedeutet für die meisten von ihnen lebenslange Armut und Chancenlosigkeit. Auch Duc Danh zählt dazu, doch hat er im Gegensatz zu vielen anderen Kindern das große Glück, Patenkind der Heinrich-Böll-Schule zu sein. Seit Jahren übernimmt die Schule die Patenschaft eines bedürftigen Kindes, um ihm eine bessere Zukunft, gesunde Ernährung, Zugang zu sauberem Trinkwasser, medizinische Versorgung und Bildung zu ermöglichen.
Die Fachschaft Religion, die sich seit fünf Jahren um das Patenprojekt kümmert, nahm auch in diesem Jahr wieder die Fastenzeit zum Anlass, eine besondere Sammelaktion zu organisieren und durchzuführen. "Mit der Fastenzeit verbinden wir, sich gegen Not und Ungerechtigkeit einzusetzen", bemerkt Pfarrerin Holzapfel-Hesselmann, die zusammen mit den anderen Religionspädagogen ihre Schüler und auch Kollegen für die Bedürftigkeit der Kinder aus den ärmsten Ländern dieser Welt sensibilisieren konnten. Fasten soll also nicht nur ein Verzicht auf Konsumgüter wie Fleisch oder gar Süßigkeiten sein. Diese spezielle Zeit soll vielmehr ein Anstoß sein, den Blick auf Mitmenschen zu richten, denen es weniger gut geht.



Die gesammelten Spenden sind für Duc Danh Mang, einem 11-jährigen Jungen aus Vietnam.


Die Idee, ein Patenkind zu "adoptieren", wurde vor Jahren von der Schülervertretung realisiert. Über die Organisation "World Vision" wurde Duc Danh Mang als Patenkind vermittelt. Seitdem trägt die Schule mit verschiedenen Spendenaktionen dazu bei, die Ausbildung des Jungen zu gewährleisten. "Die Patenschaft bei World Vision ist wirklich eine sehr persönliche Unterstützungsform, denn wir wissen genau, welchem Kind wir wie helfen und wo es zu Hause ist. In regelmäßigen Abständen erhalten wir Informationen über Duc Danh und die Erfolge des Projektes vor Ort. Auch können wir ihm schreiben, so durften sich seine Familie und er an Weihnachten über Post von den HBS-Schülern freuen", erklärt die Pfarrerin Barbara Holzapfel-Hesselmann, die als Religionslehrerin und Schulpfarrerin an der integrierten Gesamtschule tätig ist.
Bisher kamen 300 Euro zusammen, zudem stehen weitere Aktionen bereits in den Startlöchern. "Ein kleines Glas bewirkt Großartiges in weiter Ferne. Es ist eindrucksvoll, mit welcher Selbstverständlichkeit unsere Schüler das Leben eines Jungen nachhaltig verändern. Gleichzeitig bereichert ihr Geben und Teilen auch ihr eigenes Leben", so der kommissarische Schulleiter Andreas Stüber, der von der Hilfsbereitschaft und Anteilnahme seiner Schüler beeindruckt ist.