Lernspaß statt Skifahren

Beim Seminar "Lernen zu lernen" ermittelten die HBS-Schüler u.a. ihren eigenen Lerntyp.

Für die knapp 70 Schüler der Heinrich-Böll-Schule (HBS), die nicht mit zur Skifreizeit nach Südtirol gefahren sind, hatte sich die Schulleitung etwas Besonderes ausgedacht. Unter der Leitung von Lerncoach Thomas Franz und der Diplom-Pädagogin Birgit Gebauer fand ein "Lernen zu lernen-Seminar" statt. Veranstalter war die "Lernen erleben Thomas und Bettina Franz GbR".
Lernen zu lernen: Was bedeutet das und welche Lernmethoden stecken eigentlich dahinter? Auf diese und viele weitere Fragen gab es im Rahmen der Seminarwoche Antworten. Mit verschiedenen Denk-, Konzentrations- sowie Bewegungsspielen und Übungen zu den einzelnen Lerntechniken sorgten die Seminarleiter während der einzelnen Seminarmodule für mehrere AHA-Effekte.
Zum Thema Konzentration trotz großem Ablenkungspotenzial wurde beispielsweise folgende Lernsituation simuliert: Während im Hintergrund laute Musik lief, mussten die Schüler innerhalb weniger Minuten einfache Mathematikaufgaben lösen. Viele der Teilnehmer machten die Erfahrung, dass das mit dem Geräuschpegel im Ohr alles andere als einfach ist.
Durch verschiedene Übungen und Techniken (Hören, Schreiben, Zeichnen, Bewegen und eigenständiges Tun) ermittelten die Schüler ihren eigenen Lerntyp und mussten beim lauten Vorlesen eines Textes feststellen, dass es mitunter nicht so einfach ist, sofort den richtigen Sinn eines Wortes zu erfassen.



In einer positiv-emotionalen und motivierenden Umgebung, in der man konzentriert arbeiten kann, ist der Lernerfolg am größten.


Thomas Franz machte deutlich, dass sich der größte Lernerfolg generieren lässt, wenn das Lernen in einem positiv-emotionalen, motivierenden sowie konzentrierten Zustand stattfinden kann. Das ist auch gleichzeitig als Tipp an die Eltern der Siebtklässler zu verstehen, auch zuhause diese Voraussetzungen für ihr Kind zu schaffen.
Anhand einer praktischen Brain-Gym-Übung, der "Denkmütze", bei der die Teilnehmer von oben beginnend ca. eine Minute leicht an ihren Ohrläppchen reiben mussten, ergaben sich spannende Erkenntnisse. Durch einen Vorher- und Nachhervergleich wurde festgestellt, dass sich dadurch innere Blockaden gelöst und das Gesichtsfeld jedes einzelnen erweitert hatten.
Ein wichtiger Bestandteil des Seminars war auch die Vermittlung von Mind-Map-Techniken. Diese konnten bei der Ausarbeitung von vielschichtigen Themen wie beispielsweise "Der Odenwald", "Frankfurter Flughafen", "Sunrise Avenue", "Afrika", "Australien" und "Fürth" direkt in der Praxis erprobt werden. Am Ende der Seminarwoche trugen die Schüler ihre vorbereiteten Kurzreferate vor, die auch als Übung für die Abschlussprüfungen gedacht waren.
Der kommissarische Schulleiter Andreas Stüber und die Stufenleiterin Eveline Vieweg bedankten sich bei den Schülern für ihre tolle Mitarbeit. Es ist angedacht, diese Seminarreihe auch in Zukunft als sinnvolle Alternative für die Siebtklässler anzubieten, die nicht mit zur Skifreizeit fahren können.