Zahlreiche Leckerbissen für Leseratten und Bücherwürmer

Ob Autorenlesung, Buchausstellung, Vorlesewettbewerb oder Lesenacht - die Henrich-Böll-Schule serviert ihren Schülern einen bunt gedeckten Teller zur individuellen Leseförderung

Dass "Lesen ohne Neugier wie Essen ohne Appetit ist", wissen die Lehrer der HBS nur zu genau und bieten deshalb ihren Schülern regelmäßig verschiedene Leckerbissen, um sie für das Lesen und die Welt der Literatur zu begeistern. Verstärkt in den vergangenen Wochen drehte sich an der Schule alles rund um Bücher, Autoren, Buchausstellungen und das Vorlesen. Egal ob für Bücherwurm oder Lesemuffel - für jeden Geschmack war etwas dabei.
Ein besonders schönes Highlight war die Autorenlesung mit dem mehrfach ausgezeichneten Kinder- und Jugendbuchautor Achim Bröger, die vom Mediotheksteam unter der Leitung von Lehrerin Silvia Hantke für die fünften und sechsten Klassen organisiert wurde.
Der im Jahr 1944 in Erlangen geborene Achim Bröger ist einer der bekanntesten deutschen Kinder- und Jugendbuchautoren, der auch Hörspiele, Theaterstücke und Drehbücher für Fernsehfilme schreibt. Neben seiner Tätigkeit als Buchautor wirkte er zusätzlich an mehreren Fernsehserien für Kinder mit, wie zum Beispiel an der "Sendung mit der Maus" und "Löwenzahn". Seine Bücher wurden in 28 Sprachen übersetzt und bekamen etliche Auszeichnungen, unter anderem den Deutschen Jugendliteraturpreis.



Der mehrfach ausgezeichneten Kinder- und Jugendbuchautor Achim Bröger begeisterte mit lebhaften Erzählungen aus seinem Leben und beantwortete den HBS-Schülern persönliche, aber auch literarische Fragen.


Bei seinem mittlerweile dritten HBS-Besuch wurde wieder deutlich, warum der Autor so erfolgreich und einen ganz besonderen Zugang zu Kindern hat. Er begeisterte mit lebhaften Erzählungen aus seinem Leben, beantwortete persönliche, aber auch literarische Fragen der Schüler. So erfuhren sie, wie der Schriftsteller zum Schreiben gekommen war. Sein damaliger Deutschlehrer war es nämlich, der sein Talent erkannte und ihn motivierte, Geschichten für Kinder und Jugendliche zu verfassen.
Natürlich las er auch aus seinen Büchern vor, mit den Worten "Setzt euch zurecht - wir fangen an!" sorgte er für Neugier und Stille. Die Kinder lauschten den spannenden, lustigen und zum Teil nachdenklich stimmenden Geschichten, die der Autor eindrucksvoll vortrug. Zwischendurch stellte Achim Bröger immer wieder Fragen und bezog die Kinder mit in die Geschichten ein, womit er eine gewisse Spannung aufrechterhielt.
"So ein Tag wie heute hinterlässt bei den Kindern bleibenden Eindruck. Der humorvollen und offenen Art des Herrn Brögers sowie seinen fantasievollen und lustigen Geschichten ist es zu verdanken, dass die Kinder gemeinsam Freude an Büchern verspüren und erleben durften. Ihr Hunger nach mehr Literatur wird hier angeregt, was sich vor allem in den nächsten Monaten bemerkbar macht, denn in den Pausen platzt die Mediothek schier aus allen Nähten", bemerkte die Lehrerin Silvia Hantke.



Die sechs besten Vorleser aus dem sechsten Jahrgang der Heinrich-Böll-Schule machten ihre Sache so gut, dass es der Jury nicht leicht fiel, den Schulsieger zu ermitteln.


Neben den Autorenlesungen unterstützt die Schule mit der jährlichen Veranstaltung des Vorlesewettbewerbs, die mittlerweile schon zur festen Tradition gehört, zusätzlich die Leseförderung der Kinder. So standen innerhalb der letzten Wochen vor allem Lesefreude und Lesemotivation im Mittelpunkt dieses größten Wettbewerbs, der allen Kindern des sechsten Jahrgangs die Gelegenheit bot, jede Menge neue Bücher zu entdecken und die eigene Lieblingsgeschichte innerhalb ihres Kurses vorzustellen.
Am Dienstagmorgen war es dann schließlich soweit, der Schulsieger wurde ermittelt. Begleitet von ihren Mitschülern stellten sich die Finalisten einer Jury, die aus zwei externen Juroren, zwei Lehrerinnen und dem Vorjahressieger Paul Flecchia (7/3) bestand. Die sechs Leseratten begannen mit ihrem selbst gewählten Lieblingsbuch. Bevor für sie dann ein fremder Text folgte, durften sie mit süßer Nervennahrung noch mal ihr Lampenfieber dämpfen. Alle machten ihre Sache so gut, dass es der Jury nicht leicht fiel, die Punkte zu vergeben.
"Eins müsst ihr wissen: Wer liest, gewinnt immer. Denn nur wer liest, kann verstehen und auch andere Medien richtig nutzen. Ihr seid an unserer Schule wichtige Botschafter für das Lesen", so die Worte von Birte Karge, Stufenleiterin für die fünften und sechsten Klassen, kurz bevor sie den Schulsieger verkündete. Am Ende war dies beim Vorlesewettbewerb 2014/2015 der Schüler Sandro Bahr (6/3), der nun im Februar beim Kreisentscheid die Heinrich-Böll-Schule vertreten wird. Zweite wurde Kira Weise (6/3), gefolgt von Gökce Karaagac (6/1)auf Platz drei.
Die in regelmäßigen Abständen stattfindenden Autorenlesungen an der HBS, die ständig wechselnden Buchausstellungen zu aktuellen Themen, Lesenächte in der Schulmediothek, Besuche in Buchhandlungen und öffentlichen Bibliotheken sowie die jährliche Teilnahme am Vorlesewettbewerb seien, so die Pädagogin Silvia Hantke abschließend, nicht nur eine willkommene Abwechslung des Schulalltages, sondern fester Bestandteil des Konzepts der integrierten Gesamtschule, um die Lesekompetenz der Schüler zu fördern und sie zum Lesen zu animieren. Diese individuellen Aktivitäten erlauben jenseits von Notendruck den Umgang mit Literatur, wobei sich alle Kinder unabhängig von ihrem Vorlesetalent einbringen könnten.
Der nächste Leckerbissen ist übrigens schon in Vorbereitung: Am 18.03.2015 (Mi.) findet um 19 Uhr zum 40. Jubiläum des deutsch-französischen Schüleraustausches zwischen Fürth und Thizy eine Lesung der besonderen Art an der HBS statt. Die über die Grenzen des Weschnitztals bekannte Schriftstellerin Lilo Beil, die Unterhaltung und Anspruch auf perfekte Weise vereint, präsentiert aus ihren Kriminalromanen und Erzählbänden fesselnde Geschichten, die zwischen dem Odenwald und Frankreich spielen. Musikalisch wird sie dabei begleitet durch Dr. Eric Fabian am Klavier. Für das leibliche Wohl ist zudem bestens gesorgt.