Laufen mit Köpfchen

Der Orientierungslauf hat sich als Wettkampfsportart erfolgreich an der Heinrich-Böll-Schule etabliert.

Diese seltsamen rot-weißen Flaggen auf Pfählen sind sicherlich schon einigen Spaziergängern oder Wandersleuten auf ihrer Tour durch Wald, Feld und Wiese aufgefallen. Doch meist hat keiner von ihnen nur die leiseste Ahnung, was es mit diesen 30 Zentimeter hohen und breiten Markierungen auf sich hat. Die Schüler der Heinrich-Böll-Schule (HBS) hingegen wissen sofort, dass diese Zeichen die Kontrollposten einer immer beliebteren Laufsportart sind - dem sogenannten Orientierungslauf.
Der Orientierungslauf, kurz OL, das ist "Laufen mit Köpfchen" oder auch "Abenteuer im Kopf und in der Natur". In der schönsten Sportarena der Welt - dem Wald mit seinen Wiesen und Feldern, orientieren sich die Sportler allein mithilfe von Karte und Kompass von Kontrollposten zu Kontrollposten. Zwischen diesen Posten ist die optimale Route vom Wettkämpfer selbst zu wählen. Gestartet wird in Zeitabständen von zwei bis drei Minuten, um ein direktes Nachlaufen zu verhindern. Der Sieger steht also erst fest, wenn der zuletzt gestartete aus dem Wald kommt.
Dass die Orientierungsläufer der Heinrich-Böll-Schule eine ausgezeichnete Kombination aus läuferischer Kondition, hoher Konzentration und taktischen Fähigkeiten besitzen, bewiesen sie beim Regionalentscheid Süd in Wiesbaden, zu dem insgesamt neun Schulen, 33 Teams und 276 Teilnehmer angereist waren.
Über einen hervorragenden zweiten Platz in der Wettkampfklasse II der Jungen freute sich die HBS-Mannschaft, die aus Dominik Weiß (10/1), Joshua Gerhard (10/2), Tim Speckhardt (10/2), Carsten Schmitt (10/3), Robin Weigold (10/5), Marcel Schmitt (10/5), Moritz Kadel (10/5), Tom Spilger (10/5), Simon Guthier (10/6) und Rico Seib (10/6) bestand. Jeder dieser Sportler musste 4,1 Kilometer bewältigen, neun Posten anlaufen, dazwischen eine selbst gewählte möglichst ideale Route nehmen und dabei stets das richtige Maß zwischen schnellem Laufen und konzentriertem Kartenlesen finden. Ob nun die kurze Strecke am dicht bewachsenen Berghang oder der Umweg in offenerem und flacherem Gelände - diese Entscheidungen machten den Gewinn oder Verlust von entscheidenden Sekunden aus. Dass am Ende in dieser Kategorie allein vier Einzelwertungen zu den besten zehn Ergebnissen gehörten, bestätigte die überragende Leistung dieser Fürther Schüler.



Das richtige Maß zwischen schnellem Laufen und konzentriertem Kartenlesen führte die Orientierungsläufer der Heinrich-Böll-Schule zum Erfolg.


Eine noch relativ neue sowie jüngere HBS-Mannschaft stellte sich beim Orientierungslauf über 3,0 Kilometer und neun Kontrollposten in der Wettkampfklasse III dem erfahrenen Teilnehmerfeld. Innerhalb ihrer Mannschaft erzielten dabei die beiden Schülerinnen Anna Wagner (9/1) und Hannah Hüttig (9/5) eine sehr gute Einzelleistung. "Um sich in ihrem neuen Team zu erproben, war die Beteiligung der einzelnen Läufer wichtig. Denn nur hier und heute konnten sie wertvolle Erfahrungen für sich und die Gruppe sammeln, auf die sie in den nächsten Wettkämpfen zurückgreifen können. Wir sind sehr zufrieden - und stolz auf unsere beiden Mannschaften. Neben tollen Leistungen haben sich unsere Schüler zudem vorbildlich als Sportler und Jugendliche verhalten", so die beiden betreuenden Sportlehrer Sebastian Rhein und Sven Spottka, die den Orientierungslauf an der integrierten Gesamtschule anbieten.
"Die erfolgreiche Bilanz der letzten beiden Jahre zeigt deutlich, dass sich der Orientierungslauf als Wettkampfsportart erfolgreich an unserer Schule etabliert hat - worüber wir uns natürlich sehr freuen", stellten die beiden Sportfachleiter Gernot Oberle und Sebastian Rhein zufrieden fest. "Diese Kombination aus Köpfchen und Bewegung ist das, was bei den Schülern so gut ankommt. Umso wichtiger ist es uns, dass wir diese Sportart an der HBS auch weiter ausbauen und intensivieren werden."
Aufgepasst - denn wer in Zukunft in Fürth und Umgebung auf diese rot-weißen Flaggen trifft, der weiß spätestens jetzt, dass hier die OL-Läufer der HBS trainieren oder womöglich an einem Wettkampf teilnehmen.