Vernünftig mit der Erde umgehen

Sechstklässler räumten im Schulgebäude und rund um das Gelände der Heinrich-Böll-Schule auf.

Die Schöpfungsgeschichte in der christlichen Religion dürfte im Allgemeinen hinlänglich bekannt sein. Nach dem ersten Schöpfungsbericht der Bibel schuf Gott als letztes Geschöpf die Menschen und übergab ihnen die Erde mit dem Auftrag "Macht euch die Erde untertan!" (Gen 1, 28). Doch was tatsächlich bedeutet dieser von Gott gegebener Auftrag eigentlich?
Genau mit dieser Frage beschäftigten sich die Schüler der Heinrich-Böll-Schule (HBS) im katholischen Religionsunterricht, als vor wenigen Wochen das Thema "Schöpfung" im sechsten Jahrgang an der Reihe war. "Wir Menschen haben den Auftrag, vernünftig mit der Erde und ihren Tieren und Pflanzen umzugehen", so die einvernehmliche Meinung der Sechstklässler. Sofort fragten sich die Kinder, was sie nun selbst Konkretes tun können, damit die Welt noch schöner wird. Bei all ihren zahlreichen Ideen und Überlegungen entstand der Plan, eine Aufräumaktion im Schulgebäude und rund um das Gelände der HBS durchzuführen.



Stolz und freudestrahlend zeigten die Schüler ihre "Müll-Einnahmen", die aus dem Schulgebäude und rund um das Gelände der Heinrich-Böll-Schule stammten.


Gesagt, getan! Nachdem auch die Eltern dieser Aktion zustimmten, rüsteten sich die Kinder mit Zangen, Eimern und Mülltüten, um sich mit Feuereifer ans Werk zu machen. In Gruppen schwärmten sie zu unterschiedlichen Gebieten aus und sackten alles ein, was achtlos weggeworfen wurde. Ob im Schulhaus, auf dem Pausenhof, an der Bushaltestelle oder gar auf dem Schulweg zum Bahnhof - wirklich jeden Winkel nahmen sie unter die Lupe und befreiten ihn von Zigarettenkippen, Kaffeebechern, Flaschen, unzähligen Plastiktüten, Bananenschalen, Metallteilen oder Butterbrotpapier. Als die Schüler am Ende der Schulstunde zurück auf den Pausenhof kamen und ihre "Müll-Ausbeute" präsentierten, blickte die verantwortliche Religionslehrerin Eveline Vieweg in freudestrahlende und stolze Gesichter.



Die vier HBS-Schülerinnen räumten voller Tatendrang und Arbeitsfreude den Schulweg zum Bahnhof auf.


"Vier große Säcke haben die Schüler innerhalb kürzester Zeit gefüllt. Nicht ein Kind hat gemurrt oder gar gemeckert, im Gegenteil - sie waren kaum zu bremsen und hätten am liebsten ganz Fürth gesäubert. Die Kinder haben heute erfahren, dass es ein gutes Gefühl ist, das gleichzeitig viel Freude bringt, wenn wir mit der Welt vernünftig umgehen. Zudem haben sie erlebt, wie positiv die Mitmenschen auf diese Aufräumaktion reagiert haben - denn sie sind in dieser Zeit mehrfach für ihren Einsatz gelobt worden", so die Stufenleiterin Eveline Vieweg, die zusätzlich vom Schulhausmeister Fritz Ueberall unterstützt wurde.
"Dass Müll zu sammeln so viel Spaß machen kann, hätten wir nicht gedacht. Am liebsten würden wir das nächste Woche gleich wieder machen", fassten die Schülerinnen Kira und Noelle begeistert ihre gewonnen Eindrücke der etwas anderen Religionsstunde zusammen.