Schule und Verein arbeiten Hand in Hand

Skisport: Kooperation zwischen Heinrich-Böll-Schule und TV Fürth

Schule ist ein Ort der Wissensvermittlung - so lautet ein mittlerweile antiquierter Spruch, der auf dem Gedanken basierte, dass eine Schule ein in sich geschlossenes System darstellt. Schule ist jedoch viel mehr: Sie ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. Sie ist ein Forum, in dem Kinder und Jugendliche ihre Talente entdecken und entwickeln können. Sie ist ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens einer Kommune. Ein lebendiger Austausch zwischen Schule und der Kommune ist daher anzustreben. Vereine spielen dabei eine wichtige Rolle. Die Heinrich-Böll-Schule hat schon sehr früh die Bedeutung einer "offenen Schule" erkannt und die Kooperation mit örtlichen Gremien angestrebt. Jüngst schloss die Sportfachschaft eine Kooperation mit dem TV Fürth im Bereich "Skisport". Gefördert wird diese Zusammenarbeit von der "Sportjugend Hessen".
Seit 43 Jahren organisiert die integrierte Gesamtschule in Fürth eine Skifreizeit für siebte Klassen. Mit bis zu 100 Schülern fahren Sportlehrer ins Ahrntal nach Südtirol, um den Schülern eine Woche lang nach individuellen Übungsplänen das Skifahren zu vermitteln oder das vorhandene Können zu verbessern. Um die Lernerfolge zu optimieren, respektive den Spaßfaktor bei den Schülern zu erhöhen, aber auch die Vorfreude auf die Skifreizeit anzufachen, bietet der TV Fürth erstmals in diesem Schuljahr ein Vorbereitungsprogramm an.
Im zweiwöchigen Turnus nutzen versierte Übungsleiter des TV Fürth Sportstunden der Heinrich-Böll-Schule, um mit klassischer Skigymnastik die koordinativen Fähigkeiten zu verbessern, die Fitness zu steigern und ein Gefühl für das Skifahren zu entwickeln. Dabei kommen spezielle Sportgeräte des Vereins zum Einsatz. "Das Übungsprogramm ist mit dem schulinternen Fachcurriculum kompatibel", betonen Astrid Schulze Icking, die seit vielen Jahren die Skifreizeit organisiert, und Markus Bauer, Leiter der Skiabteilung des TV Fürth. Die Übungseinheiten seien eine hervorragende Ergänzung des Sportunterrichts und ein für Schulen bisher wohl einmaliges Projekt, informiert Sportlehrerin Schulze Icking.



Skigymnastik im Sportunterricht: Die Übungsleiter Johanna Jodes und der Leiter der Skisportabteilung des TV Fürth zeigten Siebtklässlern der Heinrich-Böll-Schule, die im Februar nächsten Jahres in die Skifreizeit nach Südtirol fahren, wie man sich gezielt auf das Skifahren vorbereiten kann. Der TV Fürth schloss mit der Sportfachschaft der Heinrich-Böll-Schule einen Kooperationsvertrag. Federführend war von schulischer Seite die Lehrerin Astrid Schulze Icking (rechts hinten), die auch für die Organisation der Skifreizeit verantwortlich ist.


Neben den Übungsstunden im Rahmen des regulären Schulsports bietet der TV Fürth zu bestimmten Terminen (freitags und samstags) weitere Einheiten an. Eingeladen sind dazu nicht nur die Schüler, sondern auch Lehrer, die obendrein an einer vom Verein organisierten Fortbildung teilnehmen können. Als TV-Übungsleiter stehen Johanna Jodes und das Team der Skiabteilung zur Verfügung. Nebenbei bemerkt: Markus Bauer und Günter Bausewein unterstützten schon mehrmals das Lehrerteam als Übungsleiter in Südtirol. Günter Bausewein gehört bereits zum "festen Inventar" des HBS-Ski-Teams.
Gefördert wird diese Kooperation zwischen Schule und Verein von der Sportjugend Hessen, die schriftlich die Aufnahme in das Programm "Sportarten im Ganztag" der "Qualitätsoffensive für den Kinder- und Jugendsport" bestätigte. Die Auswahl erfolgte durch den Hessischen Skiverband. Das Programm "Sportarten im Ganztag" geht über ein reines Förderprogramm hinaus. Es sollen damit die sportartbezogenen Kooperationsangebote der hessischen Sportvereine und Fachverbände weiterentwickelt werden.
Heinrich-Böll-Schule und TV Fürth haben einen perspektivisch angelegten Vertrag geschlossen, der beiden Institutionen zu Gute kommt. "Die schon lange bestehenden Kontakte haben wird jetzt in eine feste Form gegossen", fassten Sportlehrerin Astrid Schulz Icking, Markus Bauer und Günter Bausewein, der sich als Sportkreisvorsitzender besonders über die Zusammenarbeit zwischen Verein und Schule freut, zusammen.