Vom "Bierchen" zum hemmungslosen Saufen

Präventionsprojekt an der Heinrich-Böll-Schule / Selbsttest durchgeführt

Montag, 7.30 Uhr, Schule oder Ausbildungsstelle: Steven ist völlig verkatert. Der 16-Jahrige feierte ein Wochenende lang mit seinen Kumpels. Jede Nacht Alkohol bis zum Abwinken. Für Steven keine Ausnahme, sondern an freien Tagen die Regel. Der Jugendliche ist kein Einzelfall; immer mehr Kinder und Teenager greifen zur Flasche, meist sogar zu "harten Sachen". Ein besorgniserregender Trend, den es zu stoppen gilt.
Die Heinrich-Böll-Schule (HBS) in Fürth möchte ihre Schüler vor den Gefahren des Alkohols bewahren und organisierte deshalb ein Präventionsprojekt, an dem alle Schüler des neunten Jahrgangs teilnahmen. Mit Rauschbrillen waren die Jugendlichen unterwegs, um zu spüren, wie eine Person im Vollrausch sein Umfeld wahrnimmt.
"Wir wollen den Schülern vor Augen führen, welche verheerenden Auswirkungen der Missbrauch von Alkohol auf den Körper hat", erklärte Sven Spottka, der das Projekt plante. Die integrierte Gesamtschule kooperierte der Barmer GEK. Die Bezirksgeschäftsführerin Marion Moser zeigte mit Filmen und einer Präsentation, welche Wirkung Alkoholgenuss auf das Verhalten und die Gesundheit Jugendlicher hat. Sie informierte die Schüler auch darüber, was sie unternehmen müssen, um das Leben eines Jugendlichen zu retten, der nicht mehr ansprechbar ist.



Praktische Erfahrungen zur Wirkungsweise von Alkohol


Die Neuntklässler merkten sehr schnell, dass der Übergang von einem "kleinen Bierchen" zum hemmungslosen Trinken ganz schnell geht. Dabei spielen Gruppendruck und Coolness eine große Rolle. Das Komasaufen wird dann zum festen Ritual und führt - auch davor warnte die Referentin - zur Abhängigkeit.
Apropos Abhängigkeit. Marion Moser hatte einen "Selbsttest" dabei. Die Schüler beantworteten Fragen wie "Bist du in einer Clique, in der viel getrunken wird?" oder "Hattest du wegen des Trinkens schon Ärger in der Schule oder Arbeit?" und wurden so für ihr eigenes Verhalten nachhaltig sensibilisiert.
"Ich lasse mich auch von meinen Freunden nicht unter Druck setzen", meinte eine 15-Jährige selbstbewusst. Eine Schülerin ergänzte: "Komasaufen zeugt nicht gerade von viel Verstand." "Wir wollen und werden auch in Zukunft unseren Beitrag dazu leisten, dass die Jugendlichen die Finger von Alkohol lassen. Prävention ist gerade auf diesem Gebiet eminent wichtig", fasste Sven Spottka zusammen.