Aufklärung statt Strafandrohungen

"Ohne Kippe" - Informationstag für Siebtklässler an der Heinrich-Böll-Schule

Es ist ein Ärgernis für Schulleiter und Lehrer: rauchende Schüler. Wird ein Schüler beim Qualmen erwischt, erfolgt das übliche Prozedere: Der Schüler erhält eine Verwarnung und muss Sozialstunden leisten und den Eltern flattert ein Brief ins Haus. Nach dem Ärger in der Schule und im Elternhaus vergehen zwei oder drei Tage und der rauchende Schüler greift erneut zur Kippe. Das Spiel beginnt von vorn. Die Heinrich-Böll-Schule möchte diesen "Teufelskreis" durchbrechen und organisiert Präventionsveranstaltungen, um die Schüler vom Rauchen abzuhalten.
Die integrierte Gesamtschule in Fürth geht in Kooperation mit dem "Haus der Gesundheit" in Heppenheim seit Jahren diesen Weg. Die Schule organisiert jeweils für den siebten Jahrgang einen Präventionstag. "Wir bereiten die Jugendlichen fächerübergreifend auf diesen Tag vor", erklärte Sven Spottka, der das Projekt organisiert.
Im Fach Biologie erarbeiten die Schüler die negativen gesundheitlichen Auswirkungen des Nikotinkonsums, während im Fach Gesellschaftslehre über die immensen Kosten gesprochen wird, die von den Krankenkassen für die Behandlung der nikotingeschädigten Patienten getragen werden müssen. In Vorträgen der Ärztin Karin Berger-Spengler und von Ruth Stern-Bernlöhr, Fachlehrerin am Kreiskrankenhaus, wurde das Thema beleuchtet.



Das Projekt "Ohne Kippe" im 7. Jahrgang


Beeindruckend ist ein Film einer Lungenspiegelung. Die Schüler erleben mit, wie Gewebeproben aus einer Raucherlunge entnommen werden. Meist handelt es sich um bösartige Wucherungen, verursacht durch langjähriges Rauchen.
Ein Raucher erzählt von seiner "Suchtkarriere" und den dramatischen Folgen. Sie reichen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu Krebs. Der Patient, der in der vergangenen Woche über seine "Rauchervergangenheit" sprach, erlitt in jungen Jahren einen Herzinfarkt, mit dessen Auswirkungen er heute noch zu kämpfen hat. Gerade die Konfrontation mit einem ehemals starken Raucher und dessen negativen Erfahrungen mit dem Suchtmittel ließ die Jugendlichen nachdenklich werden.
Die Schüler nutzten die Gelegenheit, den Experten in Sachen "Rauchen" unzählige Fragen zu stellen. "Die Schüler waren bestens vorbereitet", lobten die Referenten. Die Zusammenarbeit zwischen der HBS und dem Haus der Gesundheit funktioniert hervorragend und betrifft nicht nur die Prävention bezüglich des Problems Rauchen. "Wir wollen die Schüler frühzeitig aufklären und die Basis legen, dass die Jugendlichen nicht zur Kippe greifen, denn die Gesundheit und das Wohl unserer Schüler liegen uns am Herzen", so Sven Spottka.