Folgenschwere Fehler vermeiden und Chancen nutzen

Tag der Medien an der Heinrich-Böll-Schule / Tipps für einen sicheren Weg durch die mediale Welt

Was bedeutet "Recht am eigenen Bild"? Warum gibt es Urheberrechte? Wann sind Downloads illegal? Wie kann man sich gegen Cybermobbing wehren? Fragen über Fragen zu Themen, die sich um die neuen Medien drehen. In unserer medialen und technisierten Welt ist es - gerade für Jugendliche - unabdingbar, über die adäquate Kompetenz auf diesem Gebiet zu verfügen, um gravierende und folgenschwere Fehler zu vermeiden und Chancen zu nutzen. Die Heinrich-Böll-Schule (HBS) in Fürth initiierte deshalb für alle Schüler des achten Jahrgangs zwei Medientage.
Oberstudienrat Sven Spottka hatte für die vierten Medientage das Institut für Medienpädagogik und Kommunikation (MuK) und die Polizei als Partner gewonnen. Für die inhaltliche Planung der Medientage zeichnete Anne Schmitt vom MuK verantwortlich. Die Vorbereitung nahm neun Monate in Anspruch. Immerhin mussten mehrere Workshops für die achten Klassen konzipiert werden.
"Alle Schüler durchliefen alle Workshops", erklärten Anne Schmitt und Sven Spottka. Ziel war es, den Jugendlichen deutlich zu machen, wo die Gefahren der Neuen Medien liegen und wie man sich schützen kann. Manchen Schülern wurde beispielsweise bei den Themen Computerspiele und Internet schnell klar, dass es nicht nur um Killerspiele oder Pornoseiten geht, sondern vor allem um das hohe Suchtpotenzial, das hinter der permanenten Nutzung des Mediums steckt. Auch auf die Fallen, die soziale Netzwerke bieten, machten die Referenten aufmerksam. Das fange mit der Weitergabe persönlicher Daten an und reiche bis zu Veröffentlichung von diskriminierenden Fotos.



Was das Netz über uns weiß: Referentin Anne Schmitt mit Schülerinnen und Schülern des 8. Jahrgangs


Das Internet vergisst nichts, ist ein geflügeltes Wort, das Anna Schmitt den Schülern anhand von konkreten Beispielen vor Augen führte. Jan Ruland hingegen erarbeitete mit den Jugendlichen das Thema "Mediensucht". Den Schülern wurde schnell klar, dass nicht nur Drogen oder Alkohol in die Abhängigkeit führen können, sondern auch der Computer mit all seinen Verlockungen ein enormes Suchtpotenzial darstellt. Und: Das "Spiel", sexistische Fotos mit "passenden" Kommentaren zu verschicken, neudeutsch "Sexting" genannt, ist kein Kavaliersdelikt.
In Jugendkreisen ist es an der Tagesordnung, Musik herunterzuladen. Dass sie sich dabei strafbar machen können, ist nur wenigen bewusst. Christine Geilich informierte die Schüler über illegale Downloads und das Urheberrecht. Den Bereich "Jugendmedienschutz" deckte Peter Hoffmann von der Polizei ab. Es gibt kaum mehr einen Jugendlichen, der nicht Computerspiele testet, darunter befinden sich viele, die jugendgefährdende Inhalte haben. Jonas Held sensibilisierte die Jugendlichen für dieses heikle Thema. Wie sehen Nutzerbedingungen von Apps aus? Welche Haken hat WhatsApp? Fragen, die Sarah Kollross und Michelle Schmidt behandelten. Zwei Tage lang beschäftigten sich die Achtklässler mit den Themen. "Die Rückmeldungen waren allesamt positiv", bilanzierte Sven Spottka. Beim abschließenden Gespräch mit den Referenten wurde deutlich, dass es wichtig ist, an Schulen präventiv zu arbeiten. Nur durch Aufklärung lässt sich die Kommunikationskultur ändern. "Die Schüler haben über eigenes Verhalten im Umgang mit neuen Medien nachgedacht. Damit haben wir ein wichtiges Ziel erreicht", fasste Anne Schmitt zusammen.