Musikunterricht - ein akustisches Kaleidoskop

Musikalischer Abend an der Heinrich-Böll-Schule / Facettenreiches Programm

Der Blick durch ein Kaleidoskop offenbart dem Betrachter ein faszinierendes Bild. Bizarre Formen und schillernde Farben entführen ihn in eine fantastische Welt. Ein "akustisches Kaleidoskop" präsentierte die Fachschaft Musik der Heinrich-Böll-Schulen den zahlreichen Gästen im Rahmen eines musikalischen Abends. Die Veranstaltung gewährte den Zuhörern einen aufschlussreichen Blick in die musikalische Arbeit an der integrierten Gesamtschule. Musiklehrerin Sabrina Vieweg hatte den Abend - unterstützt von ihren Fachschaftskollegen - initiiert und organisiert.
Das Interesse bei den Eltern war enorm: Auf Grund des Andrangs mussten kurz vor Beginn noch Stühle ins Foyer geholt werden, damit alle Gäste Platz finden konnten. Schüler wie Lehrer waren sichtlich erfreut über den großen Zuspruch. Die Besucher sollten ihr Kommen nicht bereuen, denn sie erlebten ein facettenreiches Programm. Musikunterricht ist keine tröge Angelegenheit. Musikunterricht an der HBS bedeutet Entfaltung der Kreativität, Förderung der Musikalität und Entdeckung von Talent. Und dass viele junge Musiktalente die integrierte Gesamtschule besuchen, wurde an diesem Abend deutlich.
Zum Auftakt hörten die Besucher das HBS-Orchester unter der Leitung von Sabrina Vieweg mit dem Richard-Strauss-Werk "Zarathustra". Animiert von Nietzsches "Also sprach Zarathustra" komponierte Richard Strauß dieses Werk, das gerne als Eröffnungsfanfare für Konzerte verwendet wird. Von der Klassik gelang mühelos der Sprung zur Filmmusik: Erinnerungen an Barnie Geröllheimer und Fred Feuerstein wurden wach, als die Bläser die dazugehörige Filmmusik zu Gehör brachten.
Der Hessentag in Bensheim ist noch in bester Erinnerung. Ein Star, der die Massen anlockte, war der Sänger Adel Tawil. Musiklehrer Gernot Pustelnik ließ die Klasse 5/1 den Tawil-Hit "Lieder" anstimmen. Optisch komplettiert wurde der Song mit passenden Darstellungsformen - ein gelungener Auftritt.
Die Schülerin Elisabeth Bitsch aus dem sechsten Jahrgang spielt nicht nur hervorragend Posaune im HBS-Orchester, sie ist auch eine talentierte Pianistin. Eine Kostprobe ihres Könnens gab sie mit einer "Pop-Ballade".
"Probier's mal mit Gemütlichkeit" trällerten die Mädchen und Jungen der Klasse 5/3 unter der Leitung von Sabrina Vieweg. Die Freude am Singen kam beim Klassenchor bestens zum Ausdruck. Was machen die Schüler mit den bunten Röhren? Eine Frage, die sich viele Besucher stellten, als die Gruppe mit sogenannten Boomwhackers auftraten. Das Klangerlebnis begeisterte die Zuhörer rundum. Und viele dachten sicherlich: So schön kann Musikunterricht sein.
Ein Duo, das vielleicht in ein paar Jahren für Furore sorgen wird, trat anschließend ins Rampenlicht: Matthias Oestreich intonierte - von Mark Pfeifer am Klavier begleitet - den James-Bond-Hit "Skyfall". Das Duo aus der Klasse 7/5 erntete einen Beifallssturm und Bravo-Rufe.
Den Abschluss des ersten Teils bestritten die Klassen 5/4 und 5/5 unter der Leitung von Musiklehrerin Steffi Ulffers. Die Schüler sangen die Titel "Das alte Haus von Rocky Docky" und "Vom selben Stern". Mit Handpuppen ausgestattet sorgten sie mit dem Stück "Manamana" für große Heiterkeit.
Den zweiten Teil des Musikabends eröffnete die Bläserklasse des fünften Jahrgangs. Seit zwei Jahren bietet die Heinrich-Böll-Schule eine Ausbildung an Holz- und Blechblasinstrumenten an. Die Ausbildung, für die Benedikt Schütz und Wilco Grootenboer verantwortlich sind, ist kostenlos. Dank der erheblichen finanziellen Unterstützung durch den Förderverein konnten Instrumente angeschafft werden. Die Heinrich-Böll-Schule ist stolz darauf, dieses Angebot im Rahmen der pädagogischen Mittagsbetreuung garantieren zu können. Ihre musikalischen Fortschritte stellte die Bläserklasse mit den Stücken "Let's play", "Mickey Mouse March" und "Power Rock" unter Beweis.
"Wer reitet so spät durch Nacht und Wind" . . . diese Zeile kennt jeder aus seiner Schulzeit. Es handelt sich um die Ballade "Der Erlkönig" von Johann Wolfang Goethe. Was verbindet die Ballade mit einem Musikabend? Ganz einfach: Die Klasse 5/2 kreierte daraus einen Rap. Damit nicht genug: Die Schüler sorgten obendrein für den nötigen Sound - eine tolle Performance. Dirigiert wurde die Klasse von Musiklehrerin Johanna Spilger. Ein Hauch von Romantik wehte durch das Foyer der Heinrich-Böll-Schule, als Angelika Langer am Klavier die "Ballade pour Adeline" erklingen ließ. Hoch zur See ging's mit der Klasse 6/3, die einen "Matrosentanz" aufführte. Einstudiert hatte ihn die Musiklehrerin Kerstin Bauer. Tosenden und langanhaltenden Beifall erntete Julius Hintenlang. Der Neuntklässler setzte sich ans Klavier und begeisterte die Zuhörer mit den Songs "This girl is on fire" und "When I was your man" - ein fernsehreifer Auftritt. Das HBS-Orchester hatte den Abend eröffnet, es setzte auch den Schlusspunkt. Mit "You'll be in my heart", der Titelmelodie von " Pirates of the Caribbean" und "Accidentally in love" stellte das Orchester - stellvertretend für alle Akteure des Abends - noch einmal unter Beweis, dass man nicht nur nach Noten spielt, sondern mit Herz und Seele Musik macht. Der Abend machte deutlich, dass Musik eine wichtige Rolle an der integrierten Gesamtschule spielt. Schulleiter Andreas Stüber ließ es sich nicht nehmen, allen Akteuren des Abends herzlich zu danken. Er hatte für die Schüler eine süße Überraschung parat; für die Musikpädagogen gab's einen hübschen Blumengruß. Die Gäste dankten für den erlebten Musikgenuss mit stürmischem Beifall und großzügigen Spenden. Das Geld wird für Anschaffungen in der Musikfachschaft verwendet.