In die Welt der Literatur entführt

Kinderbuchautor Jürgen Banscherus zu Gast an der Heinrich-Böll-Schule

Was hat der bekannte und preisgekrönte Kinder- und Jugendbuchautor Jürgen Banscherus mit "Emil", dem Hauptakteur seines Buches "Emil Flinkefinger", gemeinsam? Die Fünft- und Sechstklässler der Heinrich-Böll-Schule können diese Frage im Handumdrehen beantworten. Autor und Titelheld haben mit dem Fach "Mathematik" nichts am Hut; sie können nicht rechnen. Der Autor war zu einer Lesestunde an die integrierte Gesamtschule gekommen und plauderte mit den Schülern über seine Tätigkeit, seine Ideen und natürlich auch über das verbindende Element mit Emil. Organisiert wurde die Autorenlesung vom Mediotheksteam unter der Leitung von Lehrerin Silvia Hantke.
Mit Jürgen Banscherus konnte die Heinrich-Böll-Schule einen namhaften Autor gewinnen. Der 1949 geborene Autor, der seit 30 Jahren Kinder- und Jugendbücher schreibt, kann auf zahlreiche Auszeichnungen verweisen. Der freie Schriftsteller publizierte mittlerweile über fünfzig Kinder- und Jugendbücher, die in 23 Sprachen übersetzt wurden. Jürgen Banscherus, langjähriger Vorsitzender des Bundesentscheids des Vorlesewettbewerbs, ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern.



Jürgen Banscherus vor Schülerinnen und Schülern in der Mediothek


In der Mediothek der integrierten Gesamtschule las Banscherus aus seinem Buch "Emil Flinkefinger" vor. Ein Junge reißt nach Berlin aus und macht in der Hauptstadt die Bekanntschaft mit drei Altersgenossen, die sich als Taschendiebe entpuppen. Emil wird Mitglied der Bande und ist auf Grund seiner läuferischen Fähigkeiten für den schnellen Abtransport der Beute zuständig.
Die Schüler erlebten eine sehr lebhafte Lesung. Der Autor verzichtete auf Tisch und Stuhl. Stattdessen suchte er während seines Vortrags ständig den Kontakt zu den Schülern. Geschickt band er die voller Begeisterung zuhörenden Mädchen und Jungen in seinen Vortrag ein, indem er sie an bestimmten Stellen Vermutungen äußern oder Fragen zum weiteren Verlauf beantworten ließ. Dadurch entstand eine die Spannung steigernde und das Interesse nie abflauen lassende Atmosphäre.
"Wie lange brauchen Sie für das Schreiben eines Buches? Wie viele Bücher haben Sie schon geschrieben? Wie hieß das erste Buch? Wo bekommen Sie ihre Ideen für die Bücher her?" Fragen über Fragen prasselten auf den Schriftsteller nach der Leserunde ein. Jürgen Banscherus hatte stets eine Antwort - meist in lustige Sätze gekleidet - für die Schüler parat. Er entführte sie auf sehr unterhaltsame und informative Weise in die Welt der Literatur.
Kein Wunder, dass fast alle Schüler nach der Lesung ein Autogramm vom Autor verlangten, als Erinnerung an einen außergewöhnlichen Vormittag. Viele Schüler waren vom Buch "Emil Flinkefinger" derart begeistert, dass sie sich spontan zum Kauf des Werkes entschieden - natürlich mit einer Widmung des Autors versehen.
Die in regelmäßigen Abständen stattfindenden Autorenlesungen an der Heinrich-Böll-Schule dienen nicht der bloßen Unterhaltung oder einer willkommenen Abwechslung des Schulalltages. Sie sind Bestandteil des Konzeptes der integrierten Gesamtschule, die Lesekompetenz der Schüler zu fördern und sie zum Lesen zu animieren. "Wir wollen die Schüler mit den unterschiedlichsten Aktionen für das Lesen und die Welt der Literatur begeistern", erklärte Silvia Hantke. Die Initiativen reichten von Autorenlesungen über Vorlesewettbewerbe bis hin zu Sonderaktionen, bemerkte die Pädagogin. Beispielsweise richte die Mediothek, so Hantke weiter, zur Fußballweltmeisterschaft eine Ecke mit Literatur rund um diese Sportart in der Mediothek ein. Autor Jürgen Banscherus zeigte sich beeindruckt von den Aktivitäten der Schule, aber gleichermaßen auch vom Wissensdurst und dem großen Interesse der Schüler, denen er ein "großes Kompliment" aussprach. Nicht auszuschließen, dass Jürgen Banscherus bald wieder Gast an der Heinrich-Böll-Schule sein wird.