Land und Leute authentisch kennen gelernt

Schüler der Heinrich-Böll-Schule in Thizy / Interessantes Programm / Viel Lob

Schüleraustausch? Macht das überhaupt noch Sinn in Zeiten, in denen Urlaub im europäischen Ausland fast schon Normalität ist? Handelt es sich vielleicht nur noch um eine Form nostalgischer Folklore? Die klare Antwort: Schüleraustausch ist ein wichtiges Instrument, damit die Jugendlichen Land und Leute unserer europäischen Nachbarstaaten authentisch kennen lernen. Genau aus diesem Grund erfreut sich der Austausch der Heinrich-Böll-Schule mit drei Schulen in der französischen Partnerstadt Thizy und Cours la Ville großer Beliebtheit.
Jüngst verbrachten 21 Schüler des achten und neunten Jahrgangs der Heinrich-Böll-Schule mit den zwei betreuenden Französischlehrern Silvia Hantke und Sven Spottka zehn Tage in der französischen Partnerstadt. Seit 40 Jahren existiert die überaus fruchtbare Kooperation; von Abnutzungs- oder Ermüdungserscheinungen keine Spur. Ganz im Gegenteil: Die Zusammenarbeit unter den Schulen ist mit Leben erfüllt und ein grandioses Beispiel für die deutsch-französische Freundschaft.
Nach einer langen Busfahrt erreichten die 21 HBS-Schüler und die beiden Lehrer die Partnerstadt Thizy, die in der Académie von Lyon liegt. Mit herzlichen Worten wurde die Odenwälder Reisegruppe von Vertretern der Schulen empfangen. Anschließend bezogen die Schüler ihre Quartiere bei den Gastfamilien.
Am Morgen danach tauschten die Fürther Schüler ihre ersten Erfahrungen aus und besuchten den Unterricht. Gespannt waren die Odenwälder Jugendlichen natürlich besonders auf den Deutschunterricht, den sie als Muttersprachler bereichern konnten. Gemeinsam mit den französischen Schülern ließ man sich das Essen in der Mensa schmecken.



Die Austauschschülerinnen und -schüler mit Frau Hantke und Herrn Spottka


Höhepunkt des Aufenthaltes war die Tour in die Stadt Lyon, die für ihre herrliche Altstadt mit den verwinkelten Seitengassen bekannt ist. Alljährlich zieht es viele Touristen in die Stadt, die viele Sehenswürdigkeiten bietet. Die Gruppe erlebte eine interessante Führung durch die Oper und durfte einer Probe lauschen.
Anschließend ging es in einen Hochseilgarten auf einem Hügel vor den Toren Lyons. Die Schüler genossen nicht nur die Klettertouren, sondern vor allem auch den herrlichen Blick auf die Stadt. Diese sportliche Aktivität hatten die Organisatoren des Austauschs bewusst in das Programm aufgenommen, um gruppendynamische Prozesse zu initiieren. Bei schwierigen Kletterpassagen halfen sich die Schüler untereinander und festigten dadurch die Zusammengehörigkeit und Freundschaft.
Die beiden folgenden Tage verbrachten die Schüler bei den Gastfamilien "wie Gott in Frankreich", denn die Gäste wurden mit verschiedenen typischen Köstlichkeiten verköstigt. Obendrein zeigten die Gastgeber den jungen Freunden die schönsten Flecken ihrer Region.
Thizy erkundeten die Odenwälder mit einem "Sternorientierungslauf". Auf alle Läufer wartete an einem vereinbarten Platz ein originelles französisches Getränk, nämlich ein erfrischender Minzsprudel, "Diabolo Menthe" genannt. Ziel eines Ausfluges war auch die Kreisstadt Roanne. Die Schüler wurden an verschiedenen Punkten "ausgesetzt" und mussten sich bis zum Hotel de Ville durchfragen. Die Mühen wurden mit einem leckeren Imbiss, einem "Croque Madame" beziehungsweise "Croque Monsieur" belohnt. Dabei handelt es sich um zwei Toastbrotscheiben, die mit Schinken belegt und mit Käse überbacken sind.
Viel Spaß hatten die HBSler auch beim "Geo-Caching" am "Lac des sapins", den man nach einer zweieinhalbstündigen Wanderung zu Fuß erreichte. Der See liegt in der Nähe von Thizy. Mit einem gemütlichen Beisammensein, an dem auch die Honoratioren der Stadt teilnahmen, endete der Aufenthalt in der Partnerstadt. Die Fürther Gruppe dankte den fürsorglichen Gastgebern, namentlich den Lehrern Roland Boichon und Michèle Blandin, die bei der Organisation mitgeholfen hatten.
"Wir haben uns besonders darüber gefreut, dass die Gasteltern voll des Lobes über unsere Schülern waren", betonten Silvia Hantke und Sven Spottka. "Ich würde sofort wieder nach Thizy fahren. Frankreich ist ein tolles Land. Meine Sprachkenntnisse haben sich enorm verbessert", fasste ein Achtklässler seine Eindrücke begeistert zusammen.