Lions-Club fördert "Jung trifft Alt"

Schüler der Heinrich-Böll-Schule besuchen betagte Menschen im Seniorenheim

Gebannt hören Siebtklässler der Heinrich-Böll-Schule den drei Seniorinnen zu, die Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend schildern. Die betagten Damen erinnern sich an jedes Detail und ihre Geschichten sind voller Spannung und Leben; man sieht ihnen die Freude an, mit der sie den Schülern die "alten Zeiten" näher bringen. Der Besuch der Kinder im Fürther Seniorenheim ist kein Zufall, sondern Teil des Projektes "Jung trifft Alt", das Schulpfarrerin Barbara Holzapfel-Hesselmann vor einigen Jahren initiierte.
Die im Lions-Club organisierten Frauen hörten von dieser besonderen Schulaktivität und informierten sich bei der Schulpfarrerin über die Inhalte dieses "Unterrichts". Die Lions-Club-Frauen waren derart angetan, dass sie den Entschluss fassten, das Projekt "Jung trifft Alt" mit einer Spende finanziell zu unterstützen.



Sozialpädagogin Ursula Braun begrüßte im Seniorenheim die Lions-Club Präsidentin Claudia Reuther, Pfarrerin Barbara Holzapfel-Hesselmann und Lions-Club Vorstandsmitglied Sabine Kilian (v.l.n.r.) sowie Schüler der Heinrich-Böll-Schule, die sich mit Seniorinnen über deren Kindheit und Jugend unterhielten.


Clubpräsidentin Claudia Reuther und Vorstandsmitglied Sabine Kilian hoben bei einem Treffen mit Pfarrerin Holzapfel-Hesselmann und der Mitarbeiterin des Seniorenheims, Sozialpädagogin Ursula Braun, hervor, dass der Club Seniorenprojekte ebenso fördere wie Jugendinitiativen. Das HBS-Projekt "Jung trifft Alt" vereine beide Interessen, fassten Claudia Reuther und Sabine Kilian zusammen. "Das ist eine ideale Kombination", lautete das Fazit der beiden Lions-Frauen. Mit Freude überreichten sie Schulpfarrerin Holzapfel-Hesselmann eine Spende in Höhe von 300 Euro.
Das Geld werde auf vielfältige Weise verwendet, erklärte die Seelsorgerin. Die Schüler könnten damit beispielsweise Blumen für die Senioren kaufen oder mit kleinen Geschenken die Heimbewohner zu erfreuen. Im Mittelpunkt steht allerdings das Treffen der Generationen. Ziel sei es, so die Pfarrerin ausführend, dass die Jugendlichen Einblick in das vergangene aber auch aktuelle Leben der Senioren bekommen.
Die bisherigen Zusammenkünfte hätten gezeigt, "dass sich die Weltsicht der Schüler deutlich verändert hat". "Wir klagen auf hohem Niveau", lautete beispielsweise eine Aussage eines Jugendlichen, nachdem er die Schilderung der Seniorinnen zu ihrem Dasein in der Nachkriegszeit gehört hatte. "Die Schicksale der älteren Damen hat die Schüler tief bewegt", betonte Pfarrerin Holzapfel-Hesselmann.
Das Projekt "Jung trifft Alt" ist ein Beispiel dafür, wie sich Schule öffnet und sich mit dem Leben in einer Kommune auseinandersetzt. Die Heinrich-Böll-Schule sieht darin einen wichtigen Aspekt der pädagogischen Arbeit. Schule ist kein abgegrenzter Raum, sondern ein Teil des gesellschaftlichen Lebens.